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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1901-07-01 · 4 (Juli-August 1901) · p. Seite 107

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
V (1901)
Issue
4 (Juli-August 1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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107 erste Generation רבנן דמנור׳&י genannt wird, die als Schüler der letzten Amoraim das von diesen unentschieden Gelassene erklärten und wahrscheinlich den Talmud, der bis dahin nur mündlich gelehrt wurde, niederschrieben. Hiermit war der Talmud vollständig abgeschlossen (III 23 ff). Die folgenden Saburäer haben nur noch zum Verständnis mancher schwierigen Stelle kurze erklären le Bemerkungen hinzugefügt (III 21, 26ff). Was später noch hinzukam, das sind Randglossen, die, irrtümlich von Abschreibern in den Text gebracht, von den Rischonim nicht als autoritativ anerkannt wurden. — Soweit reicht die Geschichte der talmudischen Zeit bei Halevy. Darauf folgt die Zeit der Geonim, die wir hier nicht besprechen wollen. — Diese kurze Inhaltsangabe genügt, um den reichen Inhalt vorliegenden Werkes darzulegen. Der Forscher wird wohl manchen Resultaten widersprechen. Dazu gehören z. B. die chronologischen Angaben über das Todesjahr des R. Jochanan und das des letzten Rabina, indem das Datum תק ץ und das durch Bestimmung des Monats- und Wochentages so genau fixierte Datum תתי׳יא bei Scherira so vielfach bezeugt sind, dass die, wenn auch scharfsinnigen, Angriffe Halevy’s nicht im Stande sind, solche feststehende Säulen zu erschüttern. Manchen Behauptungen wird man vielleicht mit gelinden Zweifeln gegenüberstehen; so z. B. der, dass zwischen Babli und Jeruschalmi sich keine grösseren Differenzen fanden, als zwischen den verschiedenen Ansichten der baby- Ionischen Amoräer selbst. Die Belege, die Halevy für diese Harmonie darbringt, werden den nicht beschwichtigen, der auch die negativen Instanzen zu beobachten Glegenheit gehabt. Indessen wird man einem grossen Teile, vielleicht dein grössten Teile, der Ausführungen unseres Werkes zustimmen müssen, und selbst da, wo man sich zum Wider- Spruch genötigt sieht, zugestehen, die Erörterungen des Verf. nicht ohne Nutzen gelesen zu haben. Das vorliegende Werk können wir, abgesehen von seinen bleibenden wissenschaftlichen Resultaten, noch nach zwei Richtungen hin als bedeutungsvoll bezeichnen. Erstens wird es durch die gründliche Widerlegung, die darin viele Ansichten von ausgesprochen destructiver Tendenz erfahren, den Nimbus zerstören, weleher nach der Meinung gewisser Kreise die Autoren jener Ansichten umgiebt und der ihren Werken so grosse Verbreitung und Anerkennung verschaff hat, dass ihre Hypothesen ohne jede Kritik als feststehende Thatsachen hingenommen wurden. Zweitens — und diesen . Nutzen schlagen wir noch viel höher an — wird dieses Werk auch den bedeutendsten Talmud-Gelehrten die UeberzeugUDg beibringen, dass zum gründlichen Verständnis des Talmuds -־ Babli wie Jeruschalmi — auGh historische Kenntnisse und historische Forschungen von Nöten sind. Denn unzählige Male weist der Verf. nach, wie man vorher aus Mangel an historischem Wissen Talmudstellen missverstanden hat. Wenn nun der Verf. auch zartfühlend seine Vorgänger oft mit der Bemerkung לא היה זה מעין מלאכתן entschuldigt, so werden nun hoffentlieh die Talmudgelehrten einsehen, dass dies wohl מעין מלאכתן ist, und sich auch mit historischen und kritischen Forschungen befassen. Wenn, wie wir mit Zuversichtlichkeit hoffen, das Werk Halevy’s seine Wirkung nach dieser Richtung hin ausüben wird, dann wird es auf dem Gebiete der Talmudforschung mit Recht als epochemachend bezeichnet werden. — Dr. D. Hoffmann.] KALONYMOS BEN KALONYMOS, אבן בחן, Auszug aus dem

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