Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 4 (Juli-August 1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 wenngleich deren Schlnssredaction erst nach dem letzten Abschluss der Mischna erfolgt ist. Ueber diese alten Baraitha’s will Yerf. im ersten Teile seines Werkes sprechen. Im vorl. zweiten Teile werden nur die erste Art von Baraitha’s (ברייתות המפרשות את המשנה) behandelt, bei denen der Yerf. zu dem Kesultat gelangt, dass deren Autoren, R. Chija, B. Kappara, R. Oschija und die ersten Amoraim, nicht blos als Redactoren ältere Halachas gesammelt undgeordnetkaben, sondern, was die Form und Ausdrucksweise betrifft, als Yerfasser dieser Werke betrachtet werden müssen, wenngleich der Inhalt zum Teil ihnen von den letzten Tannaim überliefert, zum Theil durch Schlussfolgerungen aus Entscheidungen dieser Tannaim oder aus älteren Halacha’s gewonnen worden ist. Diese Baraitha’s sind demnach nicht wesentlich verschieden von den שמעתות der Amoraim, die sie ja ebenfalls von ihren Lehrern empfangen (Cholin 42 b). Zu diesen nicht selbständigen, sondern als Commentar zur Mischna verfassten Baraitha’s gehören nach dem Yerf. auch die Baraitha’s ,דבי ר״ח ור׳ אושעי des Talmuds (vgl. II. S. 142 u. 145). — Halevy hat, wie dies seine besondere Forschungs-Methode ist, alle diese Resultate (deren nähere Kenntniss man nur durch Lectüre des Werkes selbst gewinnen kann) unmittelbar aus den zuverlässigsten (d. h. halachischen) Quellen geschöpft, sich dabei nicht nach den Ansichten der ראשונים gerichtet und selbst die Angaben der aggadischen Midraschim nicht in Betracht gezogen. Der Raum dieser Zeitschrift gestattet uns nur einige kurze Bemerkungen über diese Resultate. Zunächst würden wir die ברייתות המפרשות lieber präciser תוספות iTosefta’s) nennen. ״Baraitha“ ist ein allgemeiner Name, mit dem alle Mischna’s, ausser Rabbi’s (die allgemein als מתניתן unsere Mischna anerkannt ward) bezeichnet werden. Ygl. Scher, (ed. Neubauer S. 12): וכד חזו כולי עלמא שופרא דתרצתא דמתניתן . . . והוויין שאר הלכתא בולהו אישתביקן והוויין כגון ברייתא . . .. Die Halacha-Sammlungen, die speziell die Erkl. und Ergänzung der Mischna, sei es Rabbi’s oder älterer Mischna’s, zum Gegenstände haben, sind genauer תוספות zu nennen (vgl. über die Tosefta ״Magazin“ 1882 S. 153—63?. Solche תוספות gab es unendlich viele (לתוספות אין קץ, Mich*, zu Schir Hasch. 6,8). Die תוספות des Hauses Rabbi 11. die des R. Nathan im Mid. r. Kohelet 5, 8 sind wohl speziell die zum T1*. Aboth. Nun werden in der Aggada sehr oft die grossen משניות des R. Chija, B. Kappara u. R. Oschaja erwähnt; vgl. Jerusch. Horajot III Ende (dort neben תוספתות), Mich*. 1*. Kohelet 2,5; 6,2; 12,3; Schir Hasch. 8,2; Echa, Einl. 23; Pes. de R. Kahana S. 122a;־ Midr. zu Ps. 1, 2 ed. Buber S. 15, ferner zu Ps. 104,25; Comment. zu ספר יצירה von ד״י ברצלוני S. 5 a; Jelamdenu in Jalkut I, 771 (זה שונה של בר קפרא וזה שונה של ר״ח וזה שונה של רבינו הקדוש). Angesichts dieser Stellen wird man sich schwerlich entschliessen, * allen Baraitha’s des R. Chija, B. Kappara u. R. Osch‘aja jeden selbständigen Charakter abzusprechen und sie blos als Commentare der Mischna Rabbi’s zu erklären. Woher kommt es denn, dass R. Scher, die Autorschaft unserer Tosefta (die doch gewiss alte selbständige Halachoth enthält) dem R. Chija zuschreibt und Maimonides das im Talmud oft neben Sifra u. Sifre erwähnte תוספתא als תוספתא דר״ח erklärt (H. Ischuth 8,4)?1) Auch der ת״ב wird 50 mal als תני ר״ח an- ג) Dagegen spricht nicht der Umstand, dass in Nidda 25 a R. Chija zur Tosefta erklärende Bemerkungen macht. Solche Bemerkungen macht auch Rabbi zu der von ihm redigierten Mischna (vgl. Scher.). Nur hat der Talmud durch Einschiebung der Worte תני ר׳ חייא diese Bemerkungen als