Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 4 (Juli-August 1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Amoraim 1× ep/1003430
- Yanai 1× ep/1033832
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102 Talm. hier eines Irrthums zu zeihen.. Eine sehr wichtige Erörterung gibt Yerf. S. 79 ff. über die Mischna-Redaction durch Rabbi und die die Mischna erklärenden Baraithotli. Wiewohl der Gegenstand seine ausführliche Begründung und Auseinandersetzung erst im I. TI. des Werkes finden soll, so können wir dennoch schon das hier Gegebene der besonderen Beachtung der Leser empfehlen, da eine verständliche Widergabe in Kürze nicht möglich ist. Wir möchten nur Manches, was wir zu einzelnen Punkten zu bemerken haben, hier verzeichnen. Betreffs der Ausführung, dass die Mischna bereits zur Zeit des Tempels geordnet war (II 81) vgl. m. Schrift ״die erste Mischna“ und Lerner im ״Magazin“ 1886 S. 1 ff. (die ältesten Mischna-Compositionen). — Die Erkl., die Yerf. (II 82) zu וכולהו אליבא דר״ע gibt, ist zwar dem Wort־ laute entsprechend, wird aber von R. Scherira nicht geteilt; vgl. ed. Neubauer S. 10 ff....ור״מ אחז דרך הגמרא שלו מר״ע רבו ור״ע קבלה מרבותיו הראשונים . . . כיון דר״ע הוה רחב לב ור״מ תלמידיה נמי רחב לב הוה שפירא תריצתהון ועדיפא מדכולהו תנאי אחריני משום הכי לקטה רבי ואוסיף בה מאי דהות ביומיה ובו׳. Hier wird deutlich dem R. Akiba eine redactionelle Thätigkeit eines Teiles unserer Mischna zugeschrieben, und auch die aggadischen Midraschim erwähnen die משנה של ח עקיבא neben der des בר קפרא ,ר, הושעי' ,ר״ח (vgl. M. rabba zu Kohelet 6, 2 u. 12, 8, zu Schir Hasch. 8,2 u. Einl. zu איכה ed. Wilna 28). Man vgl. noch die kritische Untersuchung über T1*. Abot in m. ״Erste Mischna“ S. 26 ff. Klar wird (n 88) dargestellt, wie Rabbi selbst im Yerein mit allen Gelehrten seiner Zeit über die ihm bereits aus alter Zeit vorgelegene geordnete Mischna geforscht, um deren Wortlaut richtig darzustellen, und wie zu jener Zeit und noch später zur Zeit der Amoräer gewisse Männer, die תנאים genannt wurden, ״ausserhalb“ (חוץ) gleichsam als lebende Bibliotheken den Lehrern zur Seite standen (über letzteren Punkt vgl. auch Friedman, Einl. in Mech. S. 41 f. u. Lewy, Abba Saul, S. 9); ferner wie sich bei vielen Mischna’s nachweisen lässt, dass sie nicht nur vor Rabbi, sondern auch vor den frühem Tannaim-Geschlechtern in ihrem jetzigen Wortlaute bestanden haben (vgl. hierüber ausführl. m. ״Erste Mischna“ S. 15—126 u. S. 37—44); wie ferner ohne jeden Grund Rapoport u. Frankel behaupten, Rabbi habe im Alter eine zweite מהדורא seiner Mischna veranstaltet, welche Rab nach Babylonien gebracht, während im Jeruschalmi die erste Redaction beibehalten worden sein soll, und wie noch grundloser das leere Gerede Weiss’ sei, dass R. Jannai u. R. Chanina die Mischna Rabbi’s bekämpft haben. Zu der schönen Auseinandersetzung des Yerf. über רבה דמתניתא und רבה דאולפנא (II 106 ff.) möchten wir hinzufügen, dass nach Wajikra r. 3 אולפנא identisch ist mit תלמוד; man vgl. ferner das Verhältnis des בעל משנה zum בעל תלמוד in Wajikra r. c. 22. Die Kapitel, in denen der Yerf. über die die Mischna erklärenden Baraithas handelt, sind besonders interessant und lehrreich. Halevy weist mit Klarheit und überzeugend1) nach, dass viele Baraitha’s von vorne herein nur zu dem Zwecke geschaffen worden sind, um unsere Mischna zu erklären und zu er־ gänzen. Erfahrt ferner den Beweis (II137 ff.), wie so viele Aussprüche der ersten Amoräim, die ihnen von den letzten Tannaim überliefert wurden, auch in Baraitha’s ihren Platz gefunden. Doch giebt Yerf. zu, dass es viele Baraitha’s im Talmud giebt, die aus alter Zeit herrühren; zu diesen gehört auch unsere Tosefta, deren grösster Teil uralt ist, *) Die Corr. des Verf. S. 132 (דתני רבי אושעי׳) witd von Mss, bestätigt (s. Rabbinowitz).