Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 4 (Juli-August 1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 b. Gamliel zur Zeit der Eroberung Betars durch die Bömer noch ein Knabe war: so hätte er die Berichtigung dieses Irrthums bereits in meinem Mar Samuel (Leipzig 1873 ו S. 64 ff. finden können. Das. S. 74 ff. ist auch der Fehler Grätz’ berichtigt, wonach er durch Verwechselung ־zweier Mar Ukba sich veranlasst sah, das von Scherira berichtete Exilarchat Mar Ukba’s in Abrede zu stellen; vgl. darüber Halevy II, 247 ff. Das Werk Halevy’s zeichnet sieh indessen dadurch aus, dass es über alle Fragen durch Forschungen in den beglaubigten Primärquellen die Entscheidung trifft, da diese Quellen nicht, wie manche bisher geglaubt haben, der Geschichte nur dürftiges Material darbieten, sondern demjenigen, der von ihnen eine gediegene und umfassende Kenntnis besitzt, sehr reichlich fliessen. Es seien hier die wichtigsten Resultate Halevy’s mit einigen Bemerkungen angeführt. Zuvörderst lässt Yerf. nicht mit dem Tode Rabbi’s, des Mischna-Redactors, die Periode der Tannaim aufbören und plötzlich die Amoräer auf dem Horizont der Geschichte erscheinen, sondern setzt zwischen Rabbi und die ersten Amoräer eine ganze Generation von Tannaim, an deren Spitze R. Gamliel, Sohn Rabbi’s, und dessen Sohn •R. Jehuda Nesiah I., den frühere Forscher oft mit seinem Enkel R. J. N. II. verwechselten. Dieses letzte Tannaim-Geschlecht hatte es sich zur Aufgabe gestellt, ihren Schülern, -den ersten Amoräern, die Erklärung und nähere Be- Stimmung der Mischna-Worte zu überliefern. Die ersten Amoräer geben zwar diese Erläuterung ohne Nennung des Tradenten, aber an vielen Stellen erfahren wir es durch zufällige Umstände, dass es nicht die eigene Meinimg des Amoräers ist, die wir vernehmen, sondern eine Ueberlieferung der letzten Tannaim. Die Zeit Rabbi’s schliesst ungefähr 3955 mundi (195), die Zeit der Amoräer beginnt aber erst c. 3985 (225). Dazwischen liegt die Generation der letzten Tahnaim. — Da der Yerf. die ausführlichere Darstellung der Zeit Rabbi’s im ersten Teile zu geben verspricht, so müssen wir mit unserem Urteil über die Data des Verf.’s vorläufig zurückhalten. Doch sei bemerkt, dass ich zwar vor 30 Jahren (in m. M. Samuel) ebenfalls, der Ansicht Rapoports folgend, den Tod Rabbis um 193 setzte; dagegen aber in m. Abhdl. ״über die Antoninus-Agadotli“ im ״Magazin“ 1892 S. 33—55 u. 245—255l) weiter hinab bis 217 zu gehen mich genötigt sah. — Hervorzuheben ist noch für diese Periode Halevy’s lichtvolle ausführliehe Abhandlung über die Wirksamkeit des von den bisherigen Ge- Schichtsforschern verkannten oder wenig gewürdigten R. Jehuda Nesia I. und seines Collegiums (S. 23—52). — Wenn Yerf. aber (H 72 f.) behauptet, טברי' קדמייתא in Jeruseh. Megilla I, 1 sei ein altes neben Zippori gelegenes Tiberia, so ist das unbegreiflich, da die Worte ולא חשש לדרשב״י das. deutlich sagen, dass dieses Tiberia am ים (See Genesareth) lag; Zippori aber warmehr als 18Mil westwärts vom See Kinnereth gelegen. Ebenso unbegreiflich ist es, wie Yerf. das Tiberia, in dem nach Megilla 5 a Rabbi die נטיעה am Purim gepflanzt hatte, in die Nähe von Zippori setzen will, da doch aus der Discussion des Talmuds klar hervorgeht, dass dieses Tiberia am See (Kinnereth) gelegen, also 18 Mil von Zippori entfernt war. — Einfach ist zu erklären, dass der Talmud durch Tradition gewusst hat, dass Rabbi jene לנטיעה Tiberia gepflanzt hat, und es ist ein Unsinn von Krochmal, den ב) Zu den dort angeführten Anton.-Agadot sind noch hinzuzufügen: Jeruseh. Nidda 49 b, Jebamofc 6 a, Kilajim 32 b, Wajikra rabba c. 10, Tanchuma 3 וישב, Jeשnek כיה המדרש V S. 68.