Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ist derart systematisch geordnet, dass er in sechs' Jahren, etwa vom vierten bis *um nennten Schuljahre, in fortschreitender Ergänzung und Vertiefung bewältigt werden kann, wobei durch die überaus 8achgemässe und verständnisvolle Gruppierung des Materials auf der höheren Stufe an das bereits Durcbgenommene angeknüpft werden 801). Die zur Vergleichung beigefügten Hinweise ermöglichen es dem Lehrer, ohne Mühe und Zeitaufwand das Erforderliche zur eingehenden Behandlung des Lehrstoffes rasch zu finden. — Anlage und Auswahl der Sammlung verraten den trefflichen Schulmann. — F.] LEVY, ALPHONSE, Geschichte der Juden in Sachsen. Berlin, Calvary & 00., 1900. 114 S. 8°. [Der Verf. will (s. Einleitung S. 1) eine ״gewissenhafte Zusammen- Stellung“ und ״objektiv gehaltene Darstellung“ der Ergebnisse seiner ״Forschungen“ über die Geschichte der Juden in Sachsen bieten. Im Gegensatz zu Sidori’s i. J. 1840 erschienenen Gesch. der Juden in Sachsen, die allerdings nicht ganz sine ira et Studio geschrieben ist, bemüht sich Levy, ohne Voreingenommenheit zu erzählen; kein Wort der Leidenschaftlichkeit fliesst in seine Darstellung der den Juden in Sachsen, wie anderswo, widerfahrenen Bedrückungen und Verfolgungen, Ausschliessungen und Zürücksetzungen. Doch damit nicht genug, zwingt sich der Verf. sogar (Einleitung S.. 8) zu einem bedenklichen circulus vitiosus in einer über das Ziel der Unparteilichkeit hinausschiessenden Bemerkung, die allem Anscheine nach nur den Zweck verfolgt, den Verf. über jeden Verdacht einer Parteilichkeit zu Gunsten seiner Glaubensgenossen hoch hinauszuheben. Nachdem er es als ״eine unumstössliche Wahrheit“ bezeichnet hat, ״dass die wechselnden Geschicke der Juden kennzeichnend sind für die Stufe der Kultur, auf der die Völker stehen, unter welchen sie leben“, wäre wohl die Schlussfolgerung berechtigt, dass die starken ״Vorurtheile, welche den Sachsen jüdischen Glaubens zur Zeit noch entgegenstehen“, die Kennzeichen sind, dass die Kulturstufe des sächsischen Volkes eben nicht die höchste ist. Statt dessen aber folgert der Verf. umgekehrt, ״dass die Kulturstufe des sächsischen Volkes die beste Bürgschaft dafür ist, dass die judenfeindlichen Vorurtheile in Sachsen genau so verschwinden werden, wie die ehemaligen Ansprüche des Partikularismus geschwunden sind“. Wesentlicher aber als dieser übrigens nicht vereinzelte Verstoss gegen die Logik sind die zahlreichen Unrichtigkeiten und Ungenauigkeiten, die das Gegentheil von gewissenhafter oder gar selbständiger Forschung verrathen, ist überhaupt die Unwissenschaftlichkeit, die dem Büchlein ihr Gepräge unverkennbar aufdrückt. Darüber mit Stillschweigen völlig hinwegzugehen, war darum nicht gut möglich, weil ein Verf., der von seinen ״Forschungen“ (S. 1, Z. 12) spricht, kritisiert sein will. Der Kritiker aber, der diese ״Forschungen“ wie Spinngewebe zu zerreissen sich genötigt sieht, kann dieses leidige Geschäft nicht mit einem Machtspruche, auch nicht mit wenigen Worten abthun. Es scheint, dass der Verf. nur eine Geschichte der Juden im Königreich Sachsen zu bieten beabsichtigt hat. Ist dieses aber der Fall, dann sind ganze Seiten, so z. B. S. 19,28,29 überflüssig. Doch selbst davon abgesehen, ist das ganze Buch ein Zwitterding, bei dem man nie recht weiss, ob es wissenschaftlich ernst gemeint oder nur oberflächlich populär gedacht ist. Wenn letzteres, wozu die Fülle von Stellennachweisen, die Verbrämung mit gelehrt scheinenden, völlig überflüssigen Anführungen? Wen» erstens, wanim so viele nicht zur Sache gehörige, ungenaue?