Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Posidonius auf die Erklärung der Einwirkung des von Philon «schlechthin trangscendent gefassten Gottes auf die Welt״ anzunehmen (Schmekel), ist völlig überflüssig; allenfalls mag der Alexandriner Eudoros, der auch den Timaios erklärt zu haben scheint, (Zeller III, 1, 612), nicht bloss in seiner Zahlensymbolik von Philon berücksichtigt worden sein, vorausgesetzt, dass Ph. diesen seinen älteren Zeitgenossen und Mitbürger gekannt hat. — Dieser xoapog vorjzfc ist nichts andres als die Vernunft des schon weltschaffenden Gottes wie der Plan eines Architekten, der schon die Stadt zu gründen beschliesst, die Vernunft desselben. Er ist nicht im Raume befindlich, sondern in der göttlichen Vernunft, im Logos, in welchem alle Kräfte, auch die weltschaffende, ihren Sitz haben. Der xoapog vontog ist nicht identisch mit dem Logos, wie es die bisherige Forschung allgemein angenommen hat. Die Analogie mit Platon geht selbst so weit, dass die oben erwähnte philosophische und poetische Differenz in der Auffassung des xocr/iog als Abbild einmal des votjtov tfiov und andrerseits des Schöpfers selbst in ähnlicher Weise auch bei Philon wiederkehrt — Gern wäre ich noch auf die lehrreichen Auseinandersetzungen des Verf. über das Verhältnis des Xoyog zu den dwafiug und dem xoapog vorjrog näher eingegangen, über den Begriff des Idealmenschen und des leiblichen Menschen, über den Einfluss der Bibel auf Philon gegenüber dem Platons,. so wie auf die sehr interessanten 4 Beilagen über den Einfluss des Timaios auf dwapeig und Xoyog, über Septuaginta und Ideenlehre, den Einfluss Phiions auf Timaios Lokros und über die von unsern Septuagintahandschriften abweichende Lesart Phiions in Gen. II, 15 und ihre Entstehung. Doch ich muss zum Schluss eilen und empfehle das Schrifteben, dessen Wert und Bedeutung auch dem nicht überall zustimmenden Leser sich aufdrängt, den Freunden Platons und Phiions aufs angelegentlichste. Hoffentlich erfreut uns der Verfasser recht bald mit einer Fortsetzung seiner Studien. Prof. Badt (Breslau)]• KAUFMANN, DAVID, DR., Emlekezete. Kiadja az orszägos rabbikepzö-intezet felsö taDfolyamänak theologiai egylete [Dr. David Kaufmann’s Andenken. Herausgegeben vom Theolog.-Verein der oberen Klassen der Landes - Rabbiner - Schule]. Budapest (Druck von Alkalay in Pressburg), 1900. 56 S. 8°. [Ein Zeichen pietätvoller Verehrung, die die Hörer der Badapester Landes-Rabbiner-Schule ihrem grossen Lehrer, dem ihnen wie der jüdischen Wissenschaft leider so früh entrissenen Meister bewahren. Das gut ausgestattete Heftchen, dem ein vorzüglich gelungenes Bild Kaufmann’s zum Schmuck dient, enthält; 1) Blumgrund, N.9 Eröffnungsrede, gehalten anlässlich der für K. veranstalteten Gedenkfeier; 2) Goldberger, Is., K.’s Leben und Werke; 3) Silberstein, JafcKauf— mann’s Andnken (Gedicht); 4) Edelstein, BertK.’s literarische Thätigkeit; 5) Gutmann, J. M., K. als hebräischer Schriftsteller; 6) Schönwald, K., K. und die judenfeindliche Strömung. Die Aufsätze sind alle in ungarischer Sprache abgefasst; Nr. 5 ist hebräisch. — B—y.] KUTTNER, BERNHARD, Sprüche zur israelitischen Glaubens- und Pflichtenlehre in konzentrischen Kreisen. 2. verbesserte Aufl. Frankfurt a. M., J. Kaufmann, 1899. II u. 39 S. 8°. M. 0.50. [Eine Spruchsammlung aus Bibel und Talmud, dem Wortlaute nach der Auerbach’schen Schul- und Hausbibel entuoiumeu. Dpr Lehrstoff