Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- V (1901)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2254995-7565897-7600097--0834-2255791- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 CtSov das Urbild der Welt. Auch der xoapog Phiions ist das Abbild eines aadparog xoapog, des von ihm sogenannten xoapog voyrög, des göttlichen Planbildes des sinnlichen Universums. Platon (nicht, wie in jüngster Zeit wiederholt hervorgehoben wird, die Stoa) hat den Hauptanteil an Phiions Lehre, der hauptsächlich durch seine Bemühungen, platonische Lehren in dem Schöpfungsbericht der Septuaginta wiederzufinden, sich zu einer teilweisen Umgestaltung der platonischen Theorie gezwungen sah. Ihm sind Platon und Zenon Schüler des Moses, und dieser selbst ist zu dem Gipfel der Philosophie emporgestiegen und durch göttliche Offenbamng über die meisten und intimsten Geheimnisse der Natur belehrt worden. Dass der erste Mensch xar elxovu (Gen. 1,26 u. 27) geschaffen, ermöglichte zunächst die Aufnahme der platonischen Weltidee in die phiionische Lehre von der Weltbildung. Allerdings durch einen Schluss vom Teil, dem Menschen, aufs Ganze, die Welt. Dass ferner der erste Tag rjpioa pla, und nicht tiqwt 17, genannt und so aus der Reihe der folgenden nrt Ordnungszahlen benannten Schöpfungstage herausgehoben wird, bezeichnet nach Philon die Absicht des Erzählers, zyv povadog (pvaw xal TZQöSQyaiv des an ihm Gewordenen hervorzuheben. Auch Platon erschliesst die Einheit der Welt aus der Einheit und Einzigkeit des voyzov twov. So ist die Möglichkeit gefunden, auf den ersten Tag einen unkörperlichen Himmel und eine unkörperliche Erde und die Idee der Luft und des Leeren, dann das unkörperliche Wesen des Wassers und des Pneuma und schliesslieh des Lichts als des siebenten, welches gleichfalls unkörperlich war und ein geistiges Muster sein sollte für die Sonne und alle lichtgebenden Gestirne, anzusetzen. Mit einem Wort״, der erste Tag ist der Schöpfung der Ideenwelt bestimmt, des xoapog vorizog. ״Da Gott in seiner Göttlichkeit im voraus wusste, dass eine schöne Nachbildung nicht wohl entstehen könne ohne ein schönes Vorbild, und dass kein Sinnending makellos sein würde, welches nicht einem Muster und einer geistigen Idee nachgeformt worden wäre, so bildete er, gewillt, diesen sichtbaren Kosmos zu gestalten, vorher die geistige Welt, damit er gemäss einem ünkörperlichen und in hohem Grade gottähnlichen Vorbild die Körperweit abforme, welche als ein jüngeres Abbild des älteren, ebensoyiele sinnliche Arten umfassen sollte, wie in jenem geistige enthalten sind“, (p. 4M1*; wir haben hier fast dieselbe Begründung teilweise mit denselben Worten wie die Platons für sein vorp'ov £<oov. So giebt die Anlehnung dieses platonischen Begriffs an die Schöpfungsgeschichte der Welt den Anlass zur Ersetzung des £0501׳ durch xoapog, und es ergiebt sich die Gleichung xoapog votjtös vorjzov £<oov, eine Thatsache, die mit dieser Evidenz hachgewiesen zu haben, ein gar nicht genug zu schätzendes Verdienst unseres Autors ist., Eine Verwechslung, die sich Aetius leistet, indem er (plac II 6 4) IJXaiwv rov bqazov xoajuov ysyovivav nQog ■nagadtiypa rov vorjtov xoäpov {(fr\aC) berichtet, führt Horov. mit Recht als Beweis dafür an, dass man sich schon in alter Zeit dieser von ihm betonten Beziehung zwischen diesen beiden Begriffen bewusst gewesen sein mochte. — Die Wichtigkeit dieser Thatsache rechtfertig wohl die Ausführlichkeit, mit welcher ich bei ihr verweilt habe. Auch die weiteren, recht fruchtbaren Auseinandersetzungen würden zu ähnlicher Ausführlichkeit verlocken, wenn es die Zeit und der mir zur Verfügung gestellte Raum gestattete. Nur streifen kann ich die weiteren Ergebnisse. Dass der phiionische Nus Demiurg ein andrer sein muss als der platonische, ergiebt sich sowohl aus dem Bisherigen als auch aus dem ganzen Standpunkt Phiions. Einen Einfluss des Stoikers