Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1900-11-01 · 6 (November-Dezember 1900) · p. Seite 174

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IV (1900)
Issue
6 (November-Dezember 1900)
Date
1900-11-01
Page
Seite 174 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2254995-7565893-7600093--0803-2255764
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

174 drangen ist. Was wir an D. K. verloren, hier wird es uns vor Augen geführt, und doppelt ergreift uns der Schmerz ob des unwiederbringliehen Verlustes.] ZIEGLER, IGN., Die Geschichte des Judenthums von dem baby- Ionischen Exile bis auf die Gegenwart. Ein Familienbuch. Prag und Breslau, Jakob B. Brandeis, 1900. VII u. 244 S. 8°. [Ueber die Ziele seiner Arbeit spricht sich Verf. im Vorwort aus. Wenn man seine Ausführungen liest, wird man sie wohl treffend finden, aber man kann die Frage nicht 108 werden, ob es su diesem Ende der Abfassung eines neuen Geschichtswerkes bedurfte; vielleicht würde uns die Verbreitung der schon vorhandenen Werke — es seien nur David Cassel*8 und M. Brann*8 Arbeiten genannt — demselben Ziele zuführen. Allein diese Frage ist nicht von Belang. Wichtiger ist die andere, ob Verf. der Aufgabe gerecht geworden ist, die er sich gestellt hat. Leider können wir diese Frage nicht unbedingt bejahen. Zunächst ist es störend, dass Verf. selbst keine feste Ansicht zu haben scheint in Bezug auf Fragen, die allein eine Geschichtsauffassung und -Darstellung ermöglichen. Er .hat nicht den Mut, rein national zu sein, und ihm fehlt auch die Lust, das religiöse Moment mehr als in allgemeinen Redensarten zu betonen. Dadurch entstehen nicht bloss eigentümliche Widersprüche in den ersten Kapiteln, sondern es ist auch die ganze Darstellung ziemlich verschwömmen; das Bild, das sich dem Leser entrollt, ist trübe und kann ihn nicht befriedigen. Dazu kommt, dass die vom Verf. gewählte Stoffeinteilung nicht zweckdienlich ist. Er war von dem anerkennenswerten Streben beseelt, den reichen Stoff systematisch und übersichtlich zu ordnen, aber der Erfolg ist ein sehr problematischer. Für das Mittelalter z. B. ist erreicht, dass die einzelnen Kapitel (besonders die literaturgeschichtlichen) nicht viel mehr besagen, als was in den Ueberschriften enthalten ist; in der Neuzeit hat es diese systematische Uebersichtlichkeit mit sich gebracht, dass z. B. Steinschneider zu den »Epigonen« von »Zunz, Geiger und Grätz« geworfen wird. Das Allgemeine scheint uns durch zu wenig historische Daten belegt was wieder an der Darstellung der Literatur am Besten gezeigt werden kann. Von Geonim sind z. B. S. 118 nur Bai, Scherira und Sa'adja erwähnt; von hebräischen Dichtern des Mittelalters, d. h. von Abfassung des Talmuds bis zum 18. Jahrh, werden genannt Kalir, Gabirol, Jeh. Halevi, Moses und Abr. Ibn Esra, Charisi und Immanuel. Eine sehr ärmliche Liste in einem Buche, in welchem Samuel Ibn Adija zweimal zu Ehren *kommt, in dem Süsskind von Trimberg, Wolflein von Lachmann und der getaufte Johannes Pauli nicht fehlen; in dem ferner wörtliche Auszüge aus dem Masse-Buoh Platz finden. Das Kapitel »Medicin« (S. 173/174) nennt keinen einzigen Namen und kein einziges Buch. Aach die Neazeit erfährt nicht eine gleichmässige Behandlung; von Nenhebraisten sind nur Gordon und Smolensky namhaft gemacht und die ganze neuhebräische Literatur des 19. Jahrh. in wenigen Zeilen erledigt. Auf Einzelnes einzugehen, halten wir nicht für angezeigt, da das Buch, wie Verf. selbst betont, nicht auf eigener Forschung beruht. Manches wird nicht verfehlen, auf den kundigen Leser einen eigentümlichen Eindruck zu machen, So die Art, wie sich Verf. die Entstehung der Targumim denkt (S. 131); oder wenn gesagt wird: »Zu ganz besonderer Berühmtheit gelangte Abraham Ibn Esra durch den grossen Philosophen Spinoza, der in seinem Werke:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.