Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1900)
- Date
- 1900-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Herrn Univ. Prof. Dr. theol. Strack, Berlin. II. Rabbiner Erklärung. Gerolzhofen, Commission-Verlag von Fr Büchner’s Buchdruokerei, 1900. XIII, 48 S. 8°. M 0.80. HOHN, J., Predigten in zwanglosen Heften. Heft XI. Die aasgezeichneten Sabbathe. Frankfurt a. M, J. Kaufmann, 1899. 45 S. 8U. M 1.- [Sechs Beden, die sich durch Gedankenreichtum auszeichnen und viele treffliche agadische Auslegungen enthalten; sie wenden sich mehr an den Verstand als an das Herz. Die Diktion ist schlicht und klar. Eigentümlich mutet der Ausdruck an: »Die Religion wird zur Fanatik« (5), oder der pathetische Ausruf: »Und könnte es {Israel] aus Aegypten erlöst werden, wenn es nicht nach Aegypten gekommen wäre!« Die Erzählung: Schamai’8 Schwiegertochter wurde Wöchnerin und gebar einen Knaben« (6), ist in dieser Form eher für einen Schiur als für die Kanzel geeignet. Entschieden falsch ist die Behauptung: ידזלל תקן פרוזבול »Hillel hob einmal aus eigener Machtvollkommenheit ein biblisches Gesetz auf (7); vergl. dagegen Gittin 36a! — F.] NOBEL, JOSEF, תבור, Thabor, Betrachtungen über die Haftoras im ganzen Jahre. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1899• VI, 352 S. 8°. M. 4,50. [Verf. ist bemüht, sämtliche Haftaroth hinsichtlich ihres geschiehtliehen und ethischen Gehaltes, in ihren Beziehungen zu der jedesmal verlesenen Sidra oder Parscha zu beleuchten und, ohne eigentlich Kommentar sein zu wollen, den innern Bau des betreffenden Capitehf klar hervortreten zu la88en und dabei die psychologischen Feinheiten mindestens anzudeuten. Ausser den bekannten Bibelkommentaren sind die Arbeiten Bunsen’s und Karoli’s benutzt worden, insbesondere R. Jonathan Eibenschütz’, R. Josef Hess* und Mendel Hirsch’s Specialwerke über die Haftaroth; namentlich dem letztgenannten verdankt der Autor »manch* nützliche Anregung.« — Wenn auch ia Bezug auf geistreiche Auslegung des agadischen Schrifttums dem »Hermon« desselben Verf. (1892, Frankfurt a. M., J. Kauffmann) nachstehend, so bietet »Thabor« immerhin eine Fülle homiletischer Anregungen in schöner, abgerundeter Form, die manchem Familienkreise als belehrende Lektüre eine willkommene Gabe sein dürfte, und bekundet, trotz »Gottesproklamation« (S. V), Manifestationen eines grossen Weltbürgertums (347), das Gebet ... ausgebetet (nach Luther, 349) u. 8. w., gegenüber dem »Hermon« immerhin einen erfreulichen Fortschritt hinsichtlich der sprachlichen Darstellungsform — F.] RUELF, J., Zur Geschichte der Jaden in Memel. (= Beilage za: Erster Bericht (anderthalbjährig) der Israel. Religionsschale za Memel . . . vom Director Rabbiner Dr. Emanuel Carlebach.) Memel 1900. 26 S. 8°. [Memel ist eine junge Gemeinde; wenn auch im 16. und 17. Jährh. einzelne Juden dort genannt werden, so erfolgte eine dauernde Niederlassung erst im Anfang des 19. Jahrh. Seit 1847 ist Memel eine Synagogengemeinde im Sinne des Gesetzes; de facto sie zu einer solchen gemacht zu haben, ist das Verdienst des Autors dieser Schrift, der T9n 1865—1898 das Amt eines Rabbiners in M. bekleidete. Es ist