Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1900)
- Date
- 1900-09-01
- Page
- Seite 158 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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168 t so ist dennoch der Sinn und Zusammenhang im Ganzen klar• Der Bittsteller, der sich in bedrängter Lage befindet, ersucht den Rabbi um ein Darlehen, das er nach einem Monat zurückzahlen will und verpfändet dafür einige Bücher, deren Wert angegeben wird. Man ist zunächst geneigt, schon wegen der vielen Ehrennamen in der Anrede in dem Adressaten den bekannten Rabbenu Ohananel zu sehen. Dieser Annahme stehen aber chronologische Bedenken entgegen. Den terminus a quo für die Datierung des Briefes bietet die Erwähnung der Makamen des Hariri, an die der Verfasser zwischen 1120 und 1123 die letzte Feile legte1). Hat nun Ohananel noch das Jahr 1123 erlebt? Aus seinem Talmudcommentar (zu ‘Aboda zara 9a) ersehen wir, dass er im Jahr 1053 schrieb und im ‘Arak wird eine Erklärung von ihm erwähnt (8. v. עד זומם), in der das Jahr 1038 vorkommt. An diesen Stellen könnten ja nun Schreiberirrtümer vorliegen, aber die Daten werden gestützt durch den Brief, den Samuel ha-Nagid an Rabbenu Ohananel2) aus Anlass des Todes seines Vaters schrieb. Dieser Brief muss zwischen 1027 und 1055 — so lange war Samuel Wesier — geschrieben sein und Ohananel damals schon einen Namen als Gelehrter gehabt haben (wie der Inhalt des Briefes zeigt), also mindestens 20 bis 25 Jahre alt gewesen sein. Nehmen wir das Jahr 1040 als Todesjahr des R. Ohuschiel an — was eher zu hoch als zu niedrig gegriffen ist — so müsste Ohananel spätestens 1020 geboren sein, also im Jahre 1124/25 (denn ein Jahr hat es mindestens gedauert bis die Makamen von Bagdad nach Nordafrika kamen) über 100 Jahre gewesen sein. Nachdem ich aus den angeführten Gründen zu der Uebersetzung gelangt war, dass Ohananel, der Sohn des Ohuschiel, nicht der Adressat unseres Briefes sei, machte mich Prof. Steinschneider auf einen Ohananel b. Samuel aufmerksam, der um 1200 in Aegypten lebte und Erklärungen zum Talmud schrieb. An diesen ist also wohl der Brief gerichtet.3) 1j S. Les sdances de Hariri ed. Silvestre de Sacy 2. edition Tome II, Introduction S. 42. 2) Veröffentlicht und übersetzt von Kaufmann im Magazin ed. Berliner und Hoffmann Bd. V. 3) Prof. Steinschneider schreibt: ״Der Adressat des arabischen Briefes ist offenbar Ohananel b. Samuel, der um 1200 in Aegypten lebte, Commentare zum Talmud verfasste, jedenfalls arabisch verstand, nach Luzattos Vermutung auch arabisch schrieb (vgl. Catal. Bodl. p. 2460 und meinen Artikel über das "Wörterbuch des Hai, welche?, in Händen der Red. der ZDMG. wohl .im 2. Heft der Zeitschr. erscheinen wird). f