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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1900-07-01 · 4 (Juli-August 1900) · p. Seite 111

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IV (1900)
Issue
4 (Juli-August 1900)
Date
1900-07-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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111 wäre. Die 3. Hs. des British Museum, die Merx in seiner, von Prätorius citierten, Chrestomathia Targumica p. XVI. verzeichnet, sind weder benutzt noch überhaupt erwähnt. Man sollte doch endlich auch auf dem Gebiete der jüdischen Literatur auf hören, einzelne Hs. abzudrucken, statt, wie es bei allen anderen Literaturgattungen üblich ist, säxnmtliche Manuscripte zu Editionen heranzuziehen, zumal, wenn sie so wenig zahlreich sind, wie im vorliegenden Palle. Selbst bei Stellen, die P. für korrumpirt hält, hat er es unterlassen, sich über die Lesarten der Londoner Codices zu informiren, worüber er durch den sehr sachkundigen und gefälligen Bibliothekar Rev. Margoliouth oder den, auch Dalman bei seinem Wörterbuche behülflichen Barnstein leicht hätte Auskunft erhalten können. Erst aus Bachers sehr inhaltsreicher Besprechung (Theol. Litteraturzeitung p. 165 ff.) erfährt man, dass der Text von P. sich nur unwesentlich von Lagardes Ausgabe unterscheidet. Die Abweichungen der beiden Texte sind dort zusammengestellt und beurteilt. Ebenso verbessert erst Bacher die Text- Verderbnisse, auf die P. nicht einmal hingewiesen hat, sammelt die orthographischen Eigentümlichkeiten etc. und weist darauf hin, dass das Targum zu 8,1 eine Variante im Bibeltext (ואת כל עמו statt ועמר) voraussetzt. Es wäre wünschenswert, dasB einer der englischen Gelehrten eine Collation der Londoner 588. veröffentlichte. Die Ausstattung des Buches ist sehr gut. A. Marx], RAOUL, H., Le Juif, ses rites, ses lois. Paris, M. Lipschatz, 1899. 79 S. 8°. Pr. 1.— SCHEINHAUS, LEON, Die alte Geschichte der russischen und polnischen Juden. Berlin, Selbstverlag des Vert’s in Memel, 1900. 41 S. 8°. (Verf. unternimmt den geschichtlichen Nachweis zu führen, dass die Worte der Huldigungsschrift, welche die Juden bei der Milleniumsfeier im Jahre 1862 dem Kaiser Alexander überreichten: ״Wir Juden haben uns in Bnssland angesiedelt, ehe es noch entstanden war“ kerechtigt waren. Die Denksteine mit griechischer Inschrift in Anapa, Panticapaeum und Olbia, um deren Entzifferung resp. historische Ver- Wertung sich M. A. Levy und Hark&vy Verdienste erworben, zeigen, dass das südliche Russland schon im ersten Jahrhundert nach der gew. Zeitrechuung jüdische Gemeinden aufzuweisen hatte. Am Ende des 7. Jahrh. fand ein starker Zuzug aus dem Orient statt, noch grösser aber war die Zähl der Flüchtlinge aus dem byzantinischen Reiche unter Basilios I. und Leon VI., von denen die Achimaazchronik berichtet. Diese Einwanderer bereiteten den Uebertritt des Chazarenkönigs Bulan mit seinen Scbaaren zum Judentum vor, den Verf. in ausführlicher Weise seinen Hörern erzählt. Auch die Nachrichten über Jaden in Kiew sind gesammelt. Der zweite Teil des Büchleins enthält die Anfänge der Geschichte der Juden in Polen. Ein dritter handelt von der Cnltur der polnisch-russischen Juden, ihren Sitten und Gebräuchen und ihrer Sprache. Der Inhalt des Baches ist ein Vortrag im Verein für jüd. Geschichte und Literatur zu Memel. Neue Forschungen waren nicht zu erwarten und sind auch nicht zu finden; manches ist unrichtig und längst veraltet. Die Darstellung ist gewandt und mit Fieiss hat Verf. bisher Erforschtes zusammengetragenj. v

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