Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 94 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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94 heit in der philosophischen Literatur, wie auch in dem kabbalistisehen Schriftthum. Mit grosser Ausführlichkeit und Sachkenntnis legt er namentlich das psychologische Problem dar (S. 52 ff.), welcher Abschnitt überaus lehrreich ist. Die einleitend vorausgehende Zueignung an Jochanan Treves, den Verfasser des Machsorkommentars קמחא דאבישונא, wie dessen Antwort sind sehr lesenswerth. Der Herausgeber, der nur das einzig vorhandene Ms. der Gemeindebibliothek zu Mantua benutzen konnte, hat einen guten Text hergestellt und ihn mit trefflichen, aufschlussreichen Anmerkungen versehen. Einzelne Druckfehler sind wohl leicht zu verbessern, z. ß. S. 15 Z. 11 v. 0. muss es דברים נגו statt דברים בזו lauten, wie auch נ mit ג bei המניע öfters vertauscht ist; S. 27 Z. 16 v. 0. muss es וזה תורה מלת יד statt וז׳ ת׳ ט' יה heissen, denn der מושכל לעצמו stellt sich in יה dar, der שכל בפועל, der die Identität von משכיל und מושכל bildet, dagegen in יד; S. 31 Z. 22 v. 0. ועוד יש לחלקיו statt ו׳ י' לחוקיו u. a. m.; S. 30 Z. 9 v. 0. אשר לא יניע שום גלגל ist entweder Druckfehler oder Dittographie von den auf Z. 11 befindlichen gleichen Worten, jedenfalls sind sie auf Z. 9 zu streichen. — Die in den Anmerkungen vorgeschlagenen Textänderungen treffen nicht immer zu, wir heben auch hierin nur Weniges hervor. S. 10 Anm. 3 würde die vorgeschlagene Konjektur den Sinn des Textes geradezu verschieben, welcher besagt, dass die Differenzierung der Einzelarten von der Verschiedenheit der Materien verursacht werde: אשר סכת שנוים להשתנות הטרם; das ל bei להשתנות ist kein Dativ zu סכת, sondern eine Verhältnisspartikel durch שנוים veranlasst ״je nach (oder in) der Verschiedenheit ihrer Materien“. — Das. Anm. 4, ist der Vorschlag, אפודים in ספונים des Reimes wegen, zu ändern, ein verfehlter; einerseits wird der Reim nicht streng durchgeführt, anderseits wird damit auf die Worte in Gabirol’s ״Königskrone“ bei der achten Sphäre deutlich angespielt, zumal der Gabirol’sche Ausdruck S. 29 (auf der letzten Zeile) wörtlich angeführt und S. 34 wiederholt wird. — S. 13 wird das Buch חכמתא רבתי (Anm. 5) überhaupt nur aus Nachmanides’ Einleitung citiert und ist nichts anderes als die syrische Uebersetzung des Apokryphon ״Weisheit Salomo’s“. Das nach den verschiedenen Richtungen interessante Buch liefert den klaren Beweis, wie mit dem 16. Jahrh. auch philosophisch beanlagte Köpfe von der kabbalistischen Strömung erfasst wurden, bis schliesslich alle Religionsphilosophie in den wüsten Strudel der oft spitzfindigen kabbalistischen Phantastik versinkt. Wir können nicht schliessen, ohne in Wehmuth daran zu erinnern, dass dies eine der letzten Publikationen des vielseitigen, in jungen Jahren abgeschiedenen Gelehrten gewesen, und dass die