Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 95 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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95 jüdische Religionsphilosophie namentlich, die er trotz aller geschichtlichen Studien stets im Auge behielt, durch seinen frühen Heimgang einen schweren Verlust erlitten hat. Bdbb. Dr. Ph. Bloch-Posen. COHN, N., Die Zaraath Gesetze der Bibel nach Kitab al-kafi des Jusuf ibn Salamah. Ein Beitrag zur Pentateuchexegese und Dogmatik der Samaritaner. Frankfurt a. M. 1899. [Vgl. Z. f. H. B. 111,134.] Je mehr die uralte Sekte der Samaritaner zu schwinden droht, desto mehr wird ihr Wesen, ihre Sprache, Geschichte und Literatur Gegenstand wissenschaftlicher Erforschung. Die neueren Arbeiten auf diesem Gebiete wandten sich allerdings vorwiegend dem liturgischen Teile zu und eröffnete uns neben den Beiträgen zu einer besseren Erkenntnis des samarit. Sprachidioms einen Einblick in den Geist der sam. Agadah. Dass aber auch die Erschliessung der meist arabisch abgefassten religionsgesetzlichen Literatur der Sam. nicht uur unerlässlich ist für die Kenntnis ihres religiösen Lebens und Lehrsystems, sondern auch ein dankbares Hilfsmittel für die Entwicklungsgeschichte der jüd. Halacha ist, beweist vorliegende Abhandlung ebenso deutlich wie die geringen Vorarbeiten von Geiger und vom Recensenten. Der Grundtext derselben ist dem — so weit uns bekannt umfassendsten sam. Gesetzescodex des um 1000 lebenden Jusuf ibn S. entlehnt. Es wäre allerdings weit zweckmässiger und — trotz der rechtfertigenden Erklärung des Verf.s (Einl. S. 19) — wünschenswerter gewesen, wenn aus dem reichen Material des Codex ein Thema, das auch bei Juden heute noch von mehr aktueller Bedeutung ist und darum leichter Aufschluss über das Alter der samar. Tradition gegeben hätte, gewählt worden wäre. Doch ist auch der edirte Abschnitt über die Zäraath (Aussatz?) am menschlichen Körper nebst den gelehrten Einleitungen und vergleichenden Bemerkungen des Verf.s recht geeignet, den Typus sam. Schriftauslegung erkennen zu lassen. Vielleicht *wäre es im Interesse der vergleichenden Halacha gewesen, neben der talmudisch - rabbinischen Tradition auch karäische Exegeten und Kodifikatoren mit in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Im Ganzen aber verdient die Arbeit wegen der philologischen Akribie, die den Abdruck des arab. Textes auszeichnet, der völligen Vertrautheit, die der Verf. in der einschlägigen samarit. wie arabischen Literatur sowie in der neueren Exegese bekundet, und der recht geschickt geordneten und übersichtlichen Darstellung