Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 1. (Januar-Februar 1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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31 dieser Lesung ist zu entnehmen, dass die hebräische Sprache* keine todte Sprache war, sonst hätte das biblische Wort im Laufe der Jahrhunderte keine, von der ursprünglichen Bedeutung abweichende, hässliche Färbung der Bedeutung angenommen.׳ .. Bei den מVerbesserungen der Soferim4 (76) durfte nicht unerwähnt bleiben, dass die ältere, schon von den Tannaiten gebrauchte Benennung ״ מדי סום־יםUmschreibungen der Soferim4 war, und dass diese Benennung auch noch bei Ben Ascher angetroffen *wird. Den Ausdruck תקון סרפדים kennt der Talmud gar nicht. Die ״Umschreibung4 klingt auch weniger kritisch, als die ״Verbesserung4. Die meisten sind thatsächlich keine Verbesserungen, denn der Bibeltext. kann ursprünglich gar nicht anders gelautet haben. Eine Verschlimmerung ist es, wenn unser Autor 1 Sam. 3,13 כי מקללים אלהים מיו, als die ursprüngliche Lesart eruiren will, da dies keine hebräische Wortfolge ist. Ueber'D'1־ciD 80) עטור) wäre jetzt auf Epstein’s Ausführungen in der Chwolson-Festschrift zu verweisen. Ich muss aber gestehen, dass mich auch. diese neueste Erklärung unbefriedigt lässt. Am Ende des VI. Capitels fasst W. seine Meinung dahin zusammen, dass der Consonanten-Text des zweiten Jahrhunderts derselbe war, den wir heute besitzen. Wir stimmen dieser Ansicht zu. Es muss aber die Einschränkung hinzugefügt werden, dass wissentlich kein- Buchstabe hinzugethan oder weggenommen wurde. Hiefür zeugt die wichtige Thatsache, dass man spätestens schon im ersten Jahrhundert die Buchstaben der heiligen Schrift gezählt hat. Die Masöra überliefert für den Pentateuch verschiedene Zahlen, die ich Jewish Quarterly Review VIII, 471 ff. beleuchtet häbe. W. (89) giebt die falsche Zahl 350 000 an, die sich nirgends findet. Das Alter der Kere datirt W., wie ich glaube, zu hoch hinauf. Er meint, sehr bald nach der Rückkehr von Babylonien habe man an manchen Stellen den Text anders gelesen, als die Consonanten indicirten, und dies Verfahren habe seinen Grund in subjectiven Motiven (89). (Schluss folgt). Budapest. Ludwig Blau. Neu eintretende Abonnenten erhalten die bis jetzt erschienenen Jahrgänge 1—3 dieser Zeitschrift statt Ladenpreis Mk. 18.— für nur Mk. 12.— ■ Inhalt: An die Leser. — Einzelschriften: Hebraica S. 2/6. — Judaica S. 6/13. — Steinschneider: Christliche Hebraisten S. 13/17.— Poznanski: Mittheüungen aus handschriftlichen Bibel-Commentaren S. 17/22. — Brody: ETasar ben Jakob S. 23/27. י— Becensionen S. 27/31.