Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- IV (1900)
- Issue
- 1. (Januar-Februar 1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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28 Das Ziel, das sich W. gesetzt hat, hat er ganz erreicht, denn seine Schrift liest sich glatt, sie ist klar und deutlich, ohne weitschweifig zu sein und übergeht nichts Wesentliches. In zwölf Capiteln, deren erstes mit der Erfindung des Alphabets beginnt, und deren letztes mit der Mittheilung der masoretischen Schluss» bemerkung zum Psalter schliesst, giebt unser Verfasser ein im Grossen und Ganzen treues und richtiges Bild von dem Process, den der heilige Text durchgemacht hat, bis er diejenige Gestalt erhielt, in der er in einer gedruckten Bibel vor den Augen des heutigen Lesers erscheint. Neues bietet der Verfasser nicht׳, er will lediglich die Forschungen Anderer zusammenfassen und zur Darstellung bringen. Er nennt als seine Hauptquellen: Taylor’s The Alphabet; Driver’s Notes on the Hebrew Text of the Books of Samuel; Blau's Masoretische Untersuchungen und desselben Zur Einleitung in die Heilige Schrift; ferner Ginsburg’s Introduction to the Hebrew Bible, die er zum letzten Capitel benutzt hat. Einen besonderen Vorzug des Werkchens bilden die in Facsimiles und Umschreibungen beigegebenen Inschriften und handschriftlichen Bibeltexte. Im Einzelnen haben wir das Folgende zu bemerken: S. 10. Auch in der Bibel kommt 1ךע vor (Jeremia 6, 21). — S. 21. Ueber die Schreibmaterialien wäre Löw's Graphische Requisiten und Er- Zeugnisse bei den Juden (Leipzig 1870) zu vergleichen gewesen. Verfasser hätte da Daten gefunden, dass auch auf ßaumblättern etc. geschrieben wurde. Löw handelt natürlich auch vom Papier. W. meint, die verschiedenen biblischen Bücher waren im Alterthum in separaten Rollen geschrieben und beruft sich auf Lukas IV 17, wo vom Buch des Propheten Jesaia die Rede ist (41). Es ist allerdings richtig, dass jedes biblische Buch auch in Einzelabschriften vorhanden war. Jedoch existirten auch Codices, die sämmtliche 24 Bücher oder eine ganze Abtheilung der heiligen Schrift enthielten. Eine sehr alte Baraitha in b. Baba Bathra 14 b, die auch W. an einer andern Stelle seines Werkes anführt, giebt die Reihenfolge der biblischen Schriften an, was nur dann Sinn hat, wenn sämmtliche Bücher in eine Rolle geschrieben werden. Ich setze hierher die Uebersetzung einer Baraitha aus b. Baba Bathra 13 b, welche über den fraglichen Punkt Aufschluss giebt: ״Man darf Tora, Propheten und Hagiographen zusammenheften, das sind die Worte des R. Meir; R. Jehuda sagt: Tora für sich, Pro» pheten für sich, Hagiographen für sich; die Gelehrten sagen: jedes Buch für sich. R. Jehuda sagte: Eine Geschichte von Boethus ben Zunin, der alle 8 Propheten zusammengeheftet besass, was ihm ־ R. Eleazar ben Azarja erlaubt hatte. Rabbi (= Juda I) sagte: