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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1900-01-01 · 1. (Januar-Februar 1900) · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
IV (1900)
Issue
1. (Januar-Februar 1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 rituelle ReiniguDg in einem Bade, also in מים שאובים. Dagegen richten sich die Worte unseres Fragments: ״Sie (d. h. eine Menstruierende) kann nur rein werden durch Untertauchen in einer Quelle .... Wehe aber demjenigen, der es leicht nimmt und ihm gleichsetzt(?) das Waschen in einem Bade oder desgleichen. Er möge nun wissen, dass wenn sie auch den ganzen Euphrath auf ihren Körper nach und nach ausgiessen sollte, sie nicht rein werden wird. Sie ist nämlich in höchstem Grade unrein und jedes Wasserteilchen, das ihren Körper berührt, wird ebenfalls unrein, wie kann also dasjenige, das selbst unrein ist, sie reinmachen? Sie kann nur rein werden durch Wasser, das sich noch als Element befindet, gemäss Lev. 11,36 u. s. w.a Dieser Entrüstungsschrei lässt vermuten, dass der diesbezügliche karäische Brauch sich auch bei ßabbaniten eingeschlichen hat, wie ja bekanntlich auch Maimonides eine solche Erscheinung in Egypten vorgefunden hat und dagegen ‘ mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit aufgetreten ist1). Der zweite Punkt betrifft das Heiraten einer Bruder- oder Schwestertochter, das der Talmud (s. Jebamoth 62b) als wohlgefällige That ansieht, die Karäer dagegen, infolge ihrer Theorie der Analogie (קיאם* היקש), verbieten2 * *). Dieses Verbot wird hier als Irrtum und als Häresie bezeichnet. Bemerkenswert ist, dass an beiden dieser Stellen die Karäer nicht ausdrücklich genannt werden. Auch sonst bietet unser Fragment manches Interessante. Was die Zeit unseres Fragments betrifft, so ist der jüngste darin citirte Autor Abulwalid, und wiewohl wir nur ein kleines Bruchstück vor uns haben, so ist aus der ganzen Ausdrucksweise leicht zu erkennen, dass es nicht viel jünger ist als jener und also aus dem XI Jahrh. stammt. Seine Heimat ist in einem von Karäern bewohnten Lande arabischer Zunge zu suchen. Dies wäre der Orient oder Spanien. Für das erstere spräche dio Erwähnung des Euphraths als Beispiel und das Eindringen karäischer Sitten, Stil und Bekanntschaft mit den Schriften Hajjug’s und Abulwalid’s lassen aber eher auf Spanien schliessen5 * * 8). Ist nun Zeit und Ort richtig *) Vgl. פאר הדור nr. 152. 2) Vgl. z. B. Hadassi, Alphab. 316 ff. Dieses Verbot existirt auch bei den Samaritanern und soll nach Qirqisäni (ed. Harkavy p. 283, vgl. ib. p. 296) auch bei den Saducäern bestanden haben, ebenso bei den Anhängern des ,Abu ‘Imrän al-Tiflisi (ib. p. 315). Auch den Muhammedanern ist es verboten, eine Nichte zu heiraten, vgl. Steinschneider, Polem. u. apolog. Literatur, p. 398. Ausführlicher darüber hoffe ich demnächst in einem anderen Zusammenhang zu handeln. 8) Im Orient waren im XI Jahrh. die Schriften dieser beiden Grammatiker kaum verbreitet und scheint sie z. B. Hai Gaon noch nicht gekannt zu haben, wie aus den bisher mitgeteilten Proben seines Wörterbuches כתאב

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