Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 5/6 (November-Dezember 1898)
- Date
- 1898-11-01
- Page
- Seite 184 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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־ ' — 184 - Religion niclit mit dem Volkscharakter Zusammenhängen könne. ״Wohl könnte es ja, wie wir ein Volk des ■Schönen, ein Volk der Vaterlandsliebe u. s, w. kennen, ein Volk des Sittlichen geben und ־> zweifelsohne bestehen ja in dieser Beziehung natürliche Gradünterschiede zwischen den Völkern. Aber Israel ist eben nie dies Volk mit dem spezifisch sittlichen Charakter gewesen, einen Vergleich in Bezug auf natürliche Sitte und Tugend würde es z. B. mit dem alten Rom nie aushalten235) ״). S. möge uns dann erklären, warum Gott sich nicht einem römischen Mose geoffenbarfc habe? . Diese Beweisfürung erinnert ganz an die Art mancher christlicher *-Prediger, die in einem Athem von Jesus und yon dem .״unverschämten Judenvolk״ reden. Die paar hebräischen Worte, die citirt werden, sind, wie Verf. selbst bemerkt, durch Druckfehler entstellt. Wir notiren daher ״ nur 168)3|{’ $ים)u.215) לא יזעשה כן בישראל), wo das Dagescb im ב und כ falsch gesetzt ist. * ’ Im zweiten Hefte, das in Folge seines Umfanges getrost ein Band genannt werden kann, kommen sowohl der oben gezeichnete Standpunkt des Verf/s, als auch die Eigentümlichkeiten seiner Darstellüngsweise zur Geltung. Die übermässige Breite wirkt hier noch ermüdender; Knappheit und Konzentration würden dem Werke nur ,zum Vorteil gereichen. Nach einer Einleitung, in welcher das Problem festgestellt wird, behandelt Verf. in,. 6 Kapiteln Altisrael’s Güter und Ideale. Vorausgeschickt wird eine Orientierung über die altisraelitische Periode und über die Quellen der altisraelitischen Anschauungen. S. fasst das Resultat seiner Untersuchungen in folgenden Sätzen zusammen: ״Kraft, Gesundheit und Schönheit, Kriegsruhm und Beute, Freiheit und Vaterland, Viehherden, Felder und Weinberge, frohe Feste, Freundschaft und Frauenliebe, grossen Kinderreichtum und einen geachteten Namen, Klugheit und schliesslich das ganze Leben ’ als Inbegriff all dieser Güter, das ist es, was das Sehnen und Verlangen des Volkes in sich fasst ... So pulsiert in den Adern Isräel’s dasselbe Blut, welches wir überall finden, wo überhaupt das natürliche Menschenherz sehnend und verlangend klopft. . . . so sind es in Altisrael drei, die besonders hervorstechen: Kriegsrühm, Wohlstand und Kinderreichtum60—59) ״). Diese sind die natürlichen Güter in Altisrael. Es folgt dann je ein Kapitel über die Keime künftigen Konfliktes in der Wertung und über die Reaktionen gegen die Hochschätzung dieser Güter. Interessant ist die Untersuchung über das altisraelitische Nasiräat. Verf. kommt zum folgenden Resultat: ״Der Nasiräer ist vielmehr ursprünglich nur in S-t 4*5 f: vor £. 4