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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-11-01 · 5/6 (November-Dezember 1898) · p. Seite 177

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
5/6 (November-Dezember 1898)
Date
1898-11-01
Page
Seite 177 (sequence 49)
Language
German
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177 noch auf folgende Einzelheit hin weisen. Am Schluss des zweiten Blattes werden halachische Bestimmungen angeführt, die hyperbolische Aeusserungen enthalten, und es wird dabei das Wort אלתבאלג gebraucht. Sowohl die Ansicht, dass bei halachischen Materien hyperbolische Redensarten angewendet werden, als auch die hier gebrauchte arabische Form für Hyperbel, sind Saädja eigen28). Jedenfalls zeigt es sich, dass weder die Bemühungen der Karäer noch der Zahn der Zeit es vermocht haben, die antikaräische Polemik Saadja’s gänzlich zu beseitigen. Es tauchen immerfort neue Zeugen dieser Geistesarbeit aus dem Meer der Vergessenheit auf, wobei die wunderbare egyptische Geniza sich fast immer als Rettungsengel zeigt. Unlängst habe ich ein Bruchstück aus dieser Geniza veröffentlicht, dessen Zugehörigkeit zu einem antikaräischen Werke Saadja’s mehr als wahrscheinlich ist24). Jetzt kommt das hier besprochene Fragment, das doch auf jeden Fall in diese Klasse gehört. Dann schrieb mir vor kurzem Harkavy, dass ihm eine Anzahl Blätter, ebenfalls aus der Geniza, aus dem Nachlasse des russischen Archimandriten Antonin in Jerusalem, zur Untersuchung vorliegen, und dass er darin bisher u. A. gefunden hat: ein Fragment eines antikaräischen Werkes Saadja’s, in dem eine Schrift des bekämpften Karäers, כתאב אלפצאיח, das aus 10 Capiteln bestand, citirt wird26), und ein anderes Fragment ähnlichen Inhalts, in dem eine Ansicht Meswi al-Okbari’s über תכלת angeführt wird. Schliesslich sind wir berechtigt zu hoffen, dass die reiche Sammlung Schechter’s auch in dieser Hinsicht noch manche Ueberraschung zu _ 0 Tage fördern wird. gewiesen zu haben (Monatsschrift 89, 441—46), dass darunter ein Teil der Karäer zu verstehen sei. Schreiner’s Einwand, dass doch in unserem Fragment damit auf keine Karäer gezielt werden kann und sie folglich auch im Emunoth nicht gemeint sind, ist hinfällig, weil es durch Qirqisäni bezeugt ist, dass es Karäer gegeben hat, die alle VerheissuDgen der Propheten auf die Zeit des zweiten Tempels bezogen und unter der Auferstehung die Wiederbelebung des ganzen Volkes, und nicht eines jeden Individuums, verstanden haben, s. Abschn. I, Cap. 19 (ed. Harkavy, p. 819): וסן קראיין צראסאן ואלגבאל מן יזעם אן אלמסיח אלמועוד בה קד נא ונסד וכילך אלבית הו אליי בנאה זרבכל ולס יבק גירה ומן האולא אי$א מן יבטל.אח יא אלאמואת ויזעם אן מא אצבר בה אלכחאב מן‘1לך אנמא אראד בה אתיא אלאמה מן אלגלא ואליל. Diese Karäer wurden wohl von ihren eigenen Glaubensgenossen als »Juden nur dem Namen nach“ betrachtet. 28) S. diese Zeitschrift, oben p. 94. 24) Jew. Quart. Rev. X, 262—64. 25) Harkavy glaubt, dass dieser Karäer vielleicht kein Anderer als Ihn Saqüje (od. Saqeweihi) sei. 4

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