Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 5/6 (November-Dezember 1898)
- Date
- 1898-11-01
- Page
- Seite 174 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2254995-7565889-7600084--0595-2255568- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
174 Ausführung vieler Gebote giebt, wie z. B. für Zizith, Lulab und Sukka, da doch die Bibel keine diesbezügliche Details über Art und Weise dieser Gebote enthält. 2) Ebenso sehreibt sie. das Quantum der dem Priester zu verabreichenden Hebe vor. 3) Dann sagt uns die Tradition, welcher Tag der Woche der Sabbath sei. 4) Ebenso welche Geräte der Verunreinigung unterliegen und welche nicht. 5) Viele Gebote sind in der Bibel nicht ausdrücklich anbefohlen, so z. B. die Gebete. 6) Durch die Tradition wissen wir die Zahl der Jahre seit der Zerstörung des zweiten Tempels (ermöglicht uns also die Zeitrechnung?). 7) Schliesslich berichtet sie uns über die Zeit der Erlösung und über die Auferstehung. Salmon erwidert nun darauf: 1) Es giebt Gebote, bei denen kein Mass vorgeschrieben ist, weil man bei ihnen überhaupt an kein Mass gebunden ist. Zu ihnen gehören nun auch Zizith, Lulab und Sukkah. 2) Ebenso verhält es sich mit der Hebe: Jeder kann geben wie viel er will. 3) Welcher Tag der siebente sei, weiss die ganze Welt. Dazu bedarf es weder der Vernunft, noch der 3 Abteilungen der Bibel, der 5 Bücher des Pentateuchs oder gar der 6 Ordnungen der Mischna9). 4) Die Geräte, bei denen die Keinheitsgesetze Anwendung finden, sind ja in der Thora selbst näher bezeichnet, und zwar Lev 11, 32: Jedes Gerät, mit dem man eine Arbeit verrichten kann. 5) Die Gebete sind wohl in der Bibel vorgeschrieben, so z. B. Jer. 29,12, Dan. 6, 11. Gebote aber, die in der Bibel gar nicht enthalten sind, dürfen auch nicht beobachtet werden. 6) Wir haben gar nicht die Pflicht, zu wissen die Zahl der Jahre seit der Zerstörung des zweiten Tempels10). 7) Die Zeit der Erlösung und die Auferstehung sind genügend durch.die Propheten bezeugt und es bedarf dazu keiner Tradition. 9) So sind vielleicht die Worte שלשה וחמשה וששה aufzufassen. 10) Die entsprechende Stelle in unserem Fragnaent lautet: וקאל ליס ילזמנא אן נערסכם מנין מן צראג בית שני אלך־, was Schreiner mit den Worten wiedergiebt: ״Wir erfahren auch durch unseren Autor, dass der karäische Schriftsteller, gegen den er sich wendet, es abgelehnt habe, chronologische Daten aus der Zeit nach der Zerstörung des zweiten Tempels abzugeben.“ Das giebt selbstverständlich keinen Sinn. Die Stelle bedeutet vielmehr: ״Er (dieser Karäer) sagt ferner, wir sind nicht verpflichtet zu wissen, wieviel Zeit seit der Zerstörung des zweiten Tempels verflossen ist.“ נערסבם muss in נערןש oder in נערח כם emendirt werden. Ebenso irrig ist Schreiner’s Auffassung von der Fortsetzung dieser Worte: ואנמא קלנא אן אלכתב אלמקדסת קד 1ברת בנין בית שני ואצלאחה אלי ולקרבן העצים ואנקטעח אלנבות ולא בד לה^א אלצבר מן תמאס והו בם אקאם בית שני מעמורא אלו. Dies heisst: ״Wir aber sagen, die heiligen Bücher erwähnen ja den Bau des zweiten Tempels und seine Einrichtung, und diese Nachrichten scbliessen mit den Worten ולקרבן העצים (Neh. 1331 ,־). * Dann hörte die Prophetie auf. Aber diese Erzählungen müssen jja ihren Abschluss haben, wir müssen doch wissen, wie lange der zweite Tempel stand usw.“ (und das giebt uns eben die Tradition). ב