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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-05-01 · 3 (Mai-Juni 1898) · p. Seite 89

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
3 (Mai-Juni 1898)
Date
1898-05-01
Page
Seite 89 (sequence 25)
Language
German
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89 oder eines ספר המצות wahrscheinlich aus der gaonäischen Zeit, jedenfalls aber aus der Zeit vor Maimonides zu thun haben. Das zweite Bruchstück (Beilage II) hat vier Seiten, von denen aber nur je zwei mit einander unmittelbar Zusammenhängen, weil die zwischen den beiden Blättern gelegenen Stücke fehlen. Was diese vier Seiten enthalten, ist von Werth. Es sind antikaräische Bemerkungen, in denen die Nothwendigkeit der Tradition nachgewiesen werden soll. Der Yerf. ist der Ansicht, dass die biblisehen Gebote von den Schaufädenx), von der Errichtung von Hütten am Hüttenfeste *), von den Priesterabgaben, die Nothwendigkeit der Tradition beweisen, denn ohne sie wären uns alle Specialbe- Stimmungen dieser Gebote unbekannt, was vom Gegner geleugnet wird. Ebenso ist der karäische Gegner der Ansicht, dass wir aucli ohne die Tradition wissen würden, auf welchen Tag d$r Sabbath fällt, denn das weiss Jedermann. Es ist aber klar, meint der Yerf. dass dies nicht richtig ist, denn nur drei Gemeinschaften kennen den Sabbat, die erkennen aber die Tora an und haben den Sabbat von den Kindern Israels herübergenommen. Andere Gemeinschaften, wie die Inder, Perser und Andere, welche von der Tora Nichts wissen, kennen nur Monatstage, aber nicht die Tage der Woche. Der Karäer bestreitet auch, dass wir in Betreff der Reinheitsgesetze, welche sich auf die Geräthe beziehen, auf die Mischna angewiesen seien. — Er behauptet, dass die Worte der Schrift (Jer. 29,12) ״Und ihr werdet zu mir beten,a die mischnischen Bestimmungen in Betreff des Gebetes überflüssig machen. Das ist aber ein arger Fehler, denn dass man in Israel gebetet hat, das hat Niemand geleugnet, so dass es erst aus Jer. 29,12. bewiesen werden müsste, wohl ist es aber zu untersuchen, ob und wanndas Gebot Pflicht sei, welchen Umfanges und wie es beschaffen sein soll. — Wir erfahren auch durch unseren Autor, dass der karäische Schriftsteller, gegen den er sich wendet, es abgelehnt habe, chronologische Daten aus der Zeit nach der Zerstörung des zweiten Tempels anzugeben. ״Wir aber sag!n, bemerkt er darauf, dass die heiligen Schriften (Esra, 3, 6. 7) den Aufbau des zweiten Tempels erwähnen und seine Vorbereitung für die ... und die Holzgaben und ebenso das Auf hören der Prophetie. Diese Erzählung bedarf aber der Ergänzung in Betreff dessen, wie lange der zweite Tempel bestanden habe, welche Leiden, welche Heilsthaten Gottes zu seiner Zeit stattgefunden haben, wie er zerstört worden ist, wie viele Jahre seitdem verflossen sind. In Be- ג) Vergl. dazu die Bemerkungen David b. Abrahams bei Pinsker, לקוטי קדמוניות S. קכ״ו. 2) Vergl. Maimonides’ Einl. zum Mischnacomm. Auf., Pococke, Porta Mosis, S. 8•

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