Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1898)
- Date
- 1898-05-01
- Page
- Seite 90 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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90 treff all dieser Dinge fragen wir sie — die Karäer — wenn sie es י wissen, so mögen sie es sagen, wo aber nicht, so mögen sie sich zurückhalten. Wenn sie sich wegen ihrer Analogieschlüsse für gerecht halten, so müssen sie dies Alles in Betreff des zweiten Tempels ebenso gut wissen, wie in Betreff des ersten. ״Ferner behauptet er, dass die Heilsverheissungen und Tröstungen (der Propheten) bekannfseien und dass wir mit Bezug auf sie der Tradition nicht bedürfen. Auch darin begeht er aber einen Fehler und weiss nicht, dass wenn unsere Gemeinschaft in Betreff des Glaubens an die Heilsverheissungen und die Auferstehung der Todten beim Texte der Prophetien Zuflucht suchen würde, ohne dabei auf die Tradition zu achten, es möglich wäre, sämmtliche Tröstungen so zu deuten, dass sie zur Zeit des zweiten Tempels in Erfüllung gegangen sind, wie es die Christen und manche von denen thun, die angeblich Juden sind.“ Im zweiten Theile dieses Stückes sucht der Yerf. nachzuweisen, dass von einer Fälschung einer Religion nur in ihren Anfangen die Rede sein könne, die Behauptung einer kleinen Secte aber, die Religion sei tausend oder gar 1330 Jahre nach ihrer Entstehung gefälscht worden, stellt an den gesunden Verstand eine sehr starke Zumutung. Am Schlüsse ist von halachischen Be- Stimmungen die Rede, welche hyperbolische Aeusserungen enthalten * 1). Das Stück enthält Anklänge an Aeusserungen des Sa’adja, Die auffallendste Berührung mit diesem ist der Ausdruck: ובע^ מן יתסמי באל יהודיה, der von Sa’adja in demselben Zusammenhänge gebraucht wird. Es ist daher wohl anzunehmen, dass das Fragment aus einem antikaräischen Werke des Sa’adja herrührt. Beilage I. ואלקביח מנהא יגב חרכה לקבחה ולמא ילהק פי פעלה מן אלצרר באלעקאב p 1). S. Kitäb al-amänät, ed. Landauer, S. 247. Jwju cs* Dass 4Re letzten Worte mit: ״Manche von denen, die als Anhänger des Judentums bezeichnet werden“ zu übersetzen ist, steht ausser allem Zweifel. Dass Sa‘adja von Juden spricht, die nur dem Namen nach, aber wegen ihrer Ketzerei nicht in Wahrheit Juden sind, daran kann man keinen Anstoss nehmen, da, wie ich schon, der Kaläm in d. jüd. Lit. S. 66 A. 1, mitgeteilt habe, Ibn Hazm von den Anhängern der Seelenwanderung ebenfalls sagt, sie wären nur dem Namen nach Muslimen. Ich will auch hervorheben, dass in unserem Fragmente unter den angeblichen Juden gewiss nicht die Karäer zu verstehen sind, und wenn das Fragment, was wahrscheinlich ist, von Sa‘adja herrührt, so ist auch an der angeführten Stelle des Emunoth nicht von den Karäem die Rede. Yergl. Horovitz, Die Psychol. bei den jüd. Religionsphilosophen des Mittelalters, (Jahresber. des jüd. thpol, Seminars 1898) S. 69 und Jew. Quart. Review X, 257.