Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 2 (März-April 1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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41 in Stadtgeschichten leider oft genug der Fall ist. Die Cultur- und Rechtsgeschichte der Juden erhält manch’ wertvolle Bereicherung, die durch die gelungene technische Anlage des Buches wirksam hervortritt. Dass Verf. sein Thema nicht ganz erschöpft hat, wird er sich selbst kaum verhehlen. Hier einige Beispiele für viele: Im VII. Cap. ״Das Rabbinat“, S. 160, ist zwischen Samuel ben David Meseritz und Samuel ben Abraham Meseritz, dem späteren Rabbiner von Bzezow, nicht streng genug geschieden, so dass Thatsachen des einen vielfach auf den anderen übertragen werden. Dass Moses Broda (S. 169) Kabbiner in Hanau gewesen, geht aus seiner Approbation zu ברית שלום des Pinchas b. Pelta, Frankfurt a. M. 1718, hervor. Er nennt sich dort משה בהר״א ברודא מפראג אבד״ק הענא ומצ״פ בק״ק טיקטין(!). Wenn S. 170 behauptet wird, dass über Nathan Utiz nichts Näheres bekannt ist, so dürfte folgende Mitteilung nicht überflüssig sein. Neta war der Sohn des R. Chajim Utiz, des Rabbiners von Wotitz in Böhmen Bevor er nach Bamberg kam, bekleidete er das Rabbinat in Teplitz. S. 175: Juda Ratz war eine Berühmtheit auf dein Gebiete des Talmud, es geht dieses aus der Achtung hervor, die ihm Josef Steinhard in seinen Resp. זכרון יוסף p. 42 erweist. Dass Lob Berlin erst 1794 nach Rassel übersiedelt (S. 177, Anm. 3) wird darin seinen Grund haben, dass er Nachfolger des Josef Hess wurde, der .1794 gestorben ist. — JDr. A. Freimann ] EMMRICH, L.j Das Siegeslied (Exod. Kap. 15), eine Schrifter- . klärung des Samaritaners Marqah. Nach einer Berliner Handschrift herausgeg., übers, und mit Anmerkungen versehen. Teil I. Berlin 1897. 51 S. [Die wissenschaftliche Erforschung des Midrasch ist nur auf Grund einer eingehenden Renntnis des orientalischen Sagenkreises möglich. Von diesem Standpunkt betrachtet, hat die Veröffentlichung der ״Schrifterklärung des Samaritaners Marqah“, seine Auslegung des ״Siegesliedes“, für uns mehr als bloss philologisches Interesse. Inwiefern die Ausführungen Marqah’s Berührungspunkte mit dem Midrasch aufweisen, hat Verf. (S. 17—20) gezeigt; dieses Rapitel könnte noch bereichert werden; so z. B. S. 25 יקירה היא הצורה דעל דמות האלקים, vergl. חביב אדם שנברא בצלם (Aboth 111, 18). Auch für die Geschichte des synagogalen Ritns ist die Schrift von Bedeutung, wenn wir mit Verf. annehmen, dass hier ״eine für den siebenten Tag des Pessachfestes bestimmte religiöse Betrachtung“ vorliegt.] FELSEN THAL, B., The Begiunings of the Chicago Sinai Congregation. A Contribution to the inner History of American Judaisra. Chicago 1898. 74 S. [Als ein Beitrag zur Geschichte des ״Judaismus“, was Verf. ״as equivahnt wit!1 Jewish religion and its manifestations“ aufgefasst wissen will, ist uns das gut ausgestattete Heft willkommen. Rein anderer hätte uns besser die Entwickelung der ״Sinai Oongregation“ schildern können, als der Mann, der den ״jüdischen Reformverein“, aus dem die ״Congregation“ hervorgegangen ist, in’s Leben gerufen hat, und der seit ihrem Bestehen auch die Seele der ״Congregation“ ist. Soll aber die Schrift werbende Rraft haben, was der Abdruck der Felsenthal’schen Schrift ״Rol köre bamidbar“ (S. 39 74) vermuten lässt, dann ist sie weniger geeignet, uns zu befriedigen. Wir haben es in Deutschland gesehen, was die ^Reform“ zur Erhaltung des Juden-