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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-03-01 · 2 (März-April 1898) · p. Seite 40

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
2 (März-April 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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jenigsn rechnen, die nicht seiner Ansicht sind und vielleicht deshalb auch in dem Texte etwas anderes zu finden glauben, als er. Auch Dubnow ist ein Geschichtshomiletiker; erweiss die historischen Facta als Zeugen anzurufen für Ideen, für die nicht jeder in der Geschichte eine Bestätigung finden wird, z. B. die Grundlage seines Buches, die Missionsidee, die wir, wie viele Andere, leugnen, jedenfalls in der Form leugnen? in der sie aus der christlichen Predigt in das Judentum eingeschmuggelt wurde. Aber Dubnow schreibt mit Geist und Herz, er legt seine ganze Seele hinein in ״die Seele der jüdischen Geschichte“, die er uns ״vor Augen führen will“, und darum zieht er uns an, und darum wollen wir ihm gerne unsere Anerkennung zollen. Verf. unterscheidet in der jüdischen Geschichte drei ״Grundformationen“, die ihren drei ersten Perioden (der biblischen, der des zweiten Tempels und der talmudisehen) entsprechen; die ihnen folgenden Perioden (die gaonäische, die rabbinisch-philosophische, die rabbinisch-mystische und die moderne Aufklärungsperiode) sind nur verschiedene Kombinationen dieser drei Grundformationen mit einigen neuen Aufschichtungen. Die ersten drei Perioden enthalten die Erzählung von dem Volke als Religionslehrer; die vier letzten, die Erzählung von dem Volke als Denker, Stoiker und Dulder. Die Juden waren und blieben eine ״geistige Nation“; was sie zu einer solchen zusammenschloss, war im Altertum die dreifache Kraft der Staats-, Rassen- und Religionseinheit, später das religiöse Bewusstsein, zuletzt (d. h. bis auf unsere Tage) das geschichtliche Bewusstsein. Der spätere Ausbau der Religion, von Esra angefangen, sollte nur den Fortbestand dieser nationalen Einheit sichern. Diese Grundideen werden nicht in allen Kreisen ohne Weiteres acceptiert werden, am allerwenigsten im Kreise der Protestrabbiner, der ״deutschnationalen Bekenner des jüdischen Glaubens“, die rundweg erklären: ״eine jüdische Nation giebt es nicht.“ Der Zusammenhang der Dinge kann uns nicht immer Zusagen, so der Anschluss der Cultur-Verhältnisse der Juden in Deutschland und Nordfrankreich im XII. u. XIII. Jahrhundert an die Cultur im arabischen Spanien. Der Rückgang muss dann in den Zeitverhältnissen eine Begründung finden, während thatsächlich die Verhältnisse in den genannten Ländern auch früher nie besser waren. S. 14 Z. 22 (Anm.) ist statt ״physische“ zu lesen ״psychische“; S. Ö2 Z. 18 v. u. statt ״aus Spanien nach Frankreich“, ״nach Spanien aus Frankreich.“ —] ECKSTEIN, A., Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg, bearbeitet auf Grund von Archivalien, nebst urkundliehen Beilagen. Bamberg, Handelsdruckerei, [1898]. VI, 326 u. II S. M. 5• — [Wiederum ist ein Stein zum Bau einer Geschichte der Juden in Deutschland geliefert, und zwar ein Eckstein hierzu. Es ist dem Verf. gelungen, die Geschichte der Juden im Fürstbistum Bamberg bis in seine Einzelheiten zu beleuchten, was hauptsächlich auf Grund!zahlreicher vorhandener Archivalien, die mit eingehender Kritik benutzt wurden, möglich war. Was dieses Buch von vielen ähnlichen Arbeiten unterscheidet, ist das tiefere Eindringen in die Veranlassung von Erscheinungen im Leben der jüdischen Gemeinde Bambergs und ihre Folgen. An die Führer und Leiter der Gemeinde Bamberg tritt Verf. mit objektivem Urteil heran, ohne ihnen ungerecht zu werden. Die Rabbinen werden, vielfach freilich nicht ganz zutreffend, ihrem Wirken und ihrem Wissen nach beurteilt und nicht nur als Thatsachen hingenommen, was

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