Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Es Hessen sich noch viele Einzelheiten aus unserer Dichtung hervorheben um die Gesinnung derjenigen, aus deren Mitte sie hervorgegangen ist, zu kennzeichnen, aber das Bisherige möge genügen, um weitere Aufmerksamkeit auf diese erste Probe jüdisch-bucharischer Poesie zu lenken, welche uns durch Saleman bekannt geworden. Was die Darstellungsweise des Gedichtes betrifft, so merkt man. ihm an, dass sein Verfasser mit der persischen Epik vertraut war. Die Phraseologie und die Compositionsart der persischen erzählenden Dichtungen tritt uns deutlich entgegen... Dass die persischen Juden, und wohl nicht zuletzt die von Buchara, die Werke der grossen persischen Dichter gerne lasen, zeigt eine jüngst aus Teheran in’s British-Museum gelangte Sammlung in hebräischen Buchstaben (also von Juden für Juden) geschriebener persischer Werke, welcher auch das oben erwähnte Daniel-Bucb eines bueharischen Autors angehört. In dieser Sammlung findet sich u. a. eines der fünf grossen erzählenden Dichtungen Nizämi’s, das Haft Paikar, aus dem 18. Jahrhundert, sowie ein im Jahre 1739 geschriebener Diwän des Hafiz (J. Qu. R, VII, 119). Das Metrum unserer Gedichte ist dasselbe, das Nizämi in seinem Epos Chosrau wa-Schirin an wendete. Der hebräisch ,geschriebene persische Text ist durchaus punktiert. Bezeichnend für die grammatische Stufe, auf welcher sich die hebräischen Kenntnisse des Verfertigers der Handschrift befinden, ist die Orthographie und Punktation der-hebräischen!Nachschrift desselben: אני כאתבתי לצחק חייב בן מ״ו אהרון מלמד הקורא י?זמח והגונב ימח אמן כץ יהי רצון. Die Abkürzung למ״ו welche der Abschreiber dem Namen seines Vaters vorsetzt, findet sich einige Male auch im Gedichte selbst vor dem Namen seines Helden Chudäidät. Der Herausgeber transscribiert die Abkürzung mit ״märenu“, oder morenu. Jedoch nimmt er diese Erklärung in der Schlussbemerkung seiner Einleitung (p. VIII) zurück und sagt: מ״ימ ist an allen Stellen Abkürzung für Xo (Molla), wie das Versmaass zeigt.tt Es wundert mich nur, dass Salemann nicht auf V. 274 des Gedichtes hinweist, wo ausdrück־ lieh מולא מאידת geschrieben ist, also ״Molla Chudäidät.“ Ein ״Molla Schahin44 ist als Autor von biblischen Geschichten in persischen Versen (aus dem Jahre 1702) genannt, die sich in der erwähnten Sammlung des British-Museum finden. Der Herausgeber, einer der berufensten Vertreter der neupersischen Philologie, hat das Gedicht nach der vor längerer Zeit durch