Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 als Religion des Amräm bezeichnet wird. Vom Namen Moses (מלסא, aber auch מ1םא punktirt) wird oft, zur Bezeichnung seiner. Heiligkeit das Wort חזרתי . (arab.?חגרו) vorgesetzt. Als Chudaidät den Entschluss ausspricht, für seine Religion sein Leben zu opfern, sagt er unter anderem (V. 76): ״Wenn ich hundert Seelen hätte, ich gäbe sie hin als Opfer für das Grab Moses’, des Sohnes Amrains; denn er ist der glückselige Prophet, der Fürbitter der im גלות Lebenden. Wenn nicht Möses wäre und die Glaubenslehre und das Gesetz der תורה, dann hätte diese Welt keinen Bestand. Um der Würde Moses’ willen hat der Weltenhüter die Welt bestehen, gemacht; denn er ist Weltprophet, klarer als ein Spiegel ist uns seine Lehre“. Man sieht, dass einerseits die Vorstellungen der Muhammedaner von ihrem Propheten, andererseits Aussprüche des Midrasch diesen Aeusserungen über Moses die Färbung verliehen haben.1) Und ebenso innig, wie die Ueberzeugung von der Wahrheit der Lehre Moses’, spricht sich die Ueberzeugung von dem Berufe Israels aus, in dieser Lehre zu leben, für sie, wenn nöthig, zu sterben. Ohudäidät ist aber auch auf seine Herkunft vom Priestergeschlechte Israels stolz. Er sagt seinen Kindern, die er als Waisen zurückzulassen im Begriffe ist (V. 12 lf.): ״Ihr seid ja נהנים auf der Welt, gleich allen Söhnen Mattathia’s (M.. ist entweder der Ahne Ch.’s, oder es ist an den Stammvater der Hasmonäer zu denken). Ihr sollet stets reinen Herzens sein.“ ל— Er empfiehlt seinen Kindern, besonders.die Demut (im persischen Texte ist das hebr. ענוה angewendet) als Merk- Zeichen zu bewahren, und sie mögen Jedermann höher schätzen als 'sich selbst (V. 124). Ihm selbst rühmt der Dichter nach (V. 12), dass ״nie Jemand von ihm Kränkung erfahren habe und dass er demütigen Charakters war.“ Ein Bild seines trauten Familienlebens zeigt Ch. in seiner Abschiedsrede, wo er erzählt, wie er nach dem Tode seiner Frau der alleinige Erzieher und Lehrer seiner Kinder war. ״An jedem Sabbath-Abend sassen sie des Kummers ledig zusammen, frohen Herzens und heiter. An jedem Sabbathe, Feiertage (hebr. יום טוב) und Neumonde war ich frohgemut in der Gesellschaft Mattathia’s (seines ältesten Sohnes); wir recitierten mit einander Loblieder und Gesänge (hebr. ׳טירה, als Reimwort zu einem persisehen Worte) und sprachen beständig Dankgebete vor Gott“ (V.86-88). Seinen Brüdern, die Ch. zu Vormündern seiner Kinder macht, bittet er, dieselben in das Lehrhaus (בית המדרש מדרש כאנה) zu thutf; ״denn ohne die Thora hat die Welt keinen Bestand; die Thora beglückt den Menschen als sein Weggenosse, sie wird ihm zum Schilde in beiden Welten“ (V. 72—74). ג) Der Schlussvers des ganzen Gedichtes lautet: ״Tausendfacher Segen vom Hochgepriesenen auf den reinen Geist Moses’, des Böhnes Amram’s! כ <־■