Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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- Elijah 1× ep/1004307
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21 Befehl geändert“ (V. 175). ״Euch hat er als Muselmänner erschaffen; solche Bestimmung zog sein Schreibrohr für euch“ (V. 182). Da liess der Herrscher voll Zorn den Henker kommen, und Chudäidät wurde wie ein Dieb mit vorne fest gebundenen Händen unter den Galgen gebracht, den zahlreiche Zuschauer umstanden. ״Wie Isaak beugte er seinen Hals vor und sprach: schlage zu, Unmenschlicher Henker!“ (V. 189). Die Qualen des dem Tode Verfallenen wurden noch durch die Reden des Henkers verlängert, der ihn in seinem Entschlüsse, für seinen Glauben zu sterben, wankend machen wollte. Chudäidät aber bat den Henker, ihn schnell aus dieser treulosen Welt zu schaffen, damit er der ihn erwartenden Herrlichkeit des Paradieses theilhaftig werde. Da erschien ein Mann in weissem Gewände (soll damit etwa Elija der Prophet gemeint sein?) und hiess den Henker sein Werk beschleunigen: ״Tödte ihn rascher, es ist ein jüdischer Mann, er wird zum Märtyrer (sehahid), wer ist auf der Welt ihm gleich?“ (V. 203). Ein Schwertstreich machte dem Leben Chudäidät’s ein Ende. Eine herzzerreissende Klage der Mutter Ch.'s und eine Klage seiner beiden Brüder, die in Ch. auch ihren Lehrer verehrten, schliesst die Erzählung, der noch eine Betrachtung des Dichters über die ungerechte Welt und über den Tod Ghudäidät’s angehängt ist. Die beiden Brüder Ch.’s heissen Pinohas und Chödscha; sie spricht er auch in der erwähnten Abschiedsrede an seine Angehörigen an, um ihnen die Sorge für seine Kinder Mattathia, Isaak und Simeon anzuvertrauen. Den Einen der beiden Brüder, Chödscha, dürfen wir vielleicht in dem Chödscha aus Buchärä erblicken, der im Jahre 1816 in persischer Sprache ein Daniel-Buch verfasste* welches sich handschriftlich — in hebr. Buchstaben — im British-Museum befindet (Or. 4,743). (S. die Mittheilung Margoliouth’s in Jewish Quarterly Review, Bd. VII, p. 119.) Ist schon die hier im Umrisse mitgetheilte Begebenheit, der Märtyrertod Chudäidät’s in Buchärä, geeignet, unser volles Interesse zu erregen, so gewähren die Einzelheiten der Erzählung, namentlich die dem Helden in den Mund gelegten Reden, einen tiefen Einblik in die religiöse Gesinnung und in das religiöse und gesellschaftliche Leben des jüdischen Kreises, aus deren Mitte der Märtyrer und auch def Dichter hervorgieng. Die innige, ja schwärmerische Anhänglichkeit an die angestammte Religion zieht sich durch das ganze Gedicht, das einem Blutzeugen dieser Religion ein dauerndes Andenken sichern will. Und es ist für diese unter den Muhammedgläubigen lebende Juden charakteristisch, dass die Lehre des Judenthums immer wieder als Religion (din) des Moses, des Moses b. Amram, einige Mal sogar — wegen des Metrums —;