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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-01-01 · 1 (Januar-Februar 1898) · p. Seite 20

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
1 (Januar-Februar 1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 derer war, als Emir Ma'süm, der zelotische Herrscher Buchärä’s. Dersel be starb im Jahre 1802 nach einer achtzehnjährigen!Regierung, die besonders durch ihren streng religiösen Charakter sichauszeichnete. ״Ei• war es, welcher das Amt des Rels-i-Scheriat (Wächter des Religionsgesetzes) wieder in’s Leben rief, und zwar zu einer Zeit, wo man im ganzen Islam dasselbe schon vergessen hatte. Der Reis musste täglich die Strassen durchziehen, um in Begleitung seiner Schergen die Leute in Religionsangelegenheiten einer öffentliehen Prüfung zu unterziehen . . . Nachlässigkeit im Moscheenbesuche oder Versäumung der obligaten Gebetstunden wurde das erstemal mit strenger Züchtigung, das zweitemal mit dem Tode bestraft“ (S. VämbOry, Geschichte-Bochara’s, Bd. H, S. 160). In den Rahmen einer so fanatischen Regierung fugt sich sehr gut die Begebenheit, welche in unserem Gedichte ermittelt wird. Dieselbe ist kurz folgende: Chudäidät ging eines Morgens auf den Markt, um bei den Tuchhändlern Waaren einzukaufen. Ein Muselman begrüsste ihn freundlich, wurde aber von seinen fanatisch gesinnten Genossen darob zur Rede gestellt, dass er am frühen Morgen einem Ungläubigen die Hand reiche. Chudäidät weist den Vorwurf der Ungläubigkeit zurück und beruft sich auf seinen Glauben an Gott nach der Lehre Moses', des Sohnes Amram’s. Diese Verteidigung bringt die Gegner in Harnisch, und wie auf Verabredung sagen die Tuchhändler: Ungläubiger, du bist Muselman geworden! Diese Behauptung, mit der sie dem seinem Glauben treu anhängenden Juden eine Falle stellen wollten, bezeugten sie auch mit falschem Eide, und Chudäidät wurde in Fesseln geschlagen und eingekerkert, weil er sich weigerte, die Behauptung seiner Ankläger zur Wahrheit zu machen und seinen Glauben zu verlassen. Wohl gelang es seinen Angehörigen, ihn durch reiche Geschenke zu befreien; aber nicht lange konnte er seiner Freiheit froh werden, denn die Kunde von dem verweigerten Uebertritte des Juden war zu den Ohren des Fürsten (Schäh) gelangt, und er liess Chudäidät holen, um persönlich über ihn zu entscheiden. Chudäidät nimmt von seinen Angehörigen in längerer, seinen letzten Willen enthaltender Rede Abschied und wird vor den Fürsten gebracht. Dieser verheisst ihm Ehren und Schätze, wenn er den Islam annehme. Doch macht das auf Chudäidät keinen Eindruck, und er weist die1 lügnerische Behauptung der Tuchhändler zurück: dieselben hätten auf diese Weise sich seiner, als eines lästigen Gläubigers entledigen wollen. Hierauf legt Chudäidät vor dem Fürsten sein Glaubensbekenntnis ab und erklärt, dass ihn nichts der Lehre Moses’ abwendig machen könne: ״Zu Juden machte uns Gott von Anfang an, und niemals wird seub

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