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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-01-01 · 1 (Januar-Februar 1898) · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
1 (Januar-Februar 1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Ein jüdiseh-bueharisehes Gedicht Von W. Bacher. Die Juden von Buchärä, welche im Jahre 1893 eine — nach Luncz' neuestem Palästina-Almanach — jetzt 179 Häuser, darunter zwei Synagogen und zwei Schulen, zählende Niederlassung in Jerusalem gegründet haben, scheinen grosse Freunde der Poesie zu sein. Von den biblischen Büchern sind es gerade die drei poetischen Bücher — Psalmen, Proverbien und Hiob — welche mit persischer Uebersetzung (in hebräischen Buchstaben) in neuerer Zeit — theils in Wien, theils in Jerusalem — für die Juden Buchärä’s gedruckt wurden. In der jüngst erschienenen Abhandlung des bekannten Petersburger Akademikers1) erhalten wir zum ersten Male eine poetische Originalschöpfung, welche nicht nur als Litteraturprodukt der Juden Buchärä’s Aufmerksamkeit verdient, sondern auch vermöge ihres Inhaltes tieferes Interesse zu erregen geeignet ist. Denn in diesem, aus 278 Distichen bestehenden erzählenden Gedichte wird keine erdichtete \Begebenheit dargestellt, sondern es ist die Geschichte eines jüdischen Märtyrers, welche uns in dichterischer Einkleidung geboten wird. Die Namen des Helden und seiner Angehörigen scheinen der Wirklichkeit anzugehören, und wir haben keinen Grund daran zw zweifeln, dass der Märtyrertod, den der Held um seines Glaubens willen erduldet, wirklich stattgefunden hat. Das Gedicht darf daher auch als Quelle für die neuere Geschichte der Juden in Buchärä betrachtet werden. Allerdings ist keine Andeutung darüber gegeben, wann sich die Begebenheit zugetragen. Jedoch wenn mit grosser Wahrscheinlichkeit als Verfasser des Gedichtes Ibrahim b. Abulchair anzunehmen ist, wie das Saleman auf Grund . einer ganz ähnlichen, verschiedene Gedichte enthaltenden Handschrift aus Buchärä vermutet, so ist das Gedicht von Chudäidät2) am Anfänge dieses Jahrhunderts entstanden, da in jener zweiten .Handschrift der Dichter als Abfassungszeit seines Werkes den 8. Schebat 5569 (1809) angiebt. Wenn ferner in unserem Gedichte eine zeitgenössische Begebenheit besungen ist — und dies scheint in der That der Fall zu sein — so dürfen wir annehmen, dass der Fürst, unter welchem Chudäidät den Märtyrertod erlitt, kein An- *) Judaeo-Persica. Nach St.-Petersburger Handschriften mitgeteilt von Carl Saleman; s. ZfhB. 11,141. 2) Der Name — richtiger Chudäidäd zu schreiben — bedeutet: der Gottgegebene (= אלנתן), und hat dieselbe Bedeutung, wie מתתיה, mit welchem Namen Ch. seinen ältesten Sohn benannte, und der wahrscheinlich auch (8. unten) der Name seines Ahnen war. י

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