Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1897)
- Date
- 1897-11-01
- Page
- Seite 189 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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189 übernommen, den Freund: in Wendungen zu besingen, die seinLied als an ein Mädchen gerichtet erscheinen lassen und den Versen ein seltsames Schillern und Schwanken verleihen, wie es Jakob Egers so belehrend an Samuel Hanagids stammelndem Mädchen gezeigt hat (s. Graetz-Jubelscbrift p. I16ff.) Der Veränderung scheinen mir unter den blanken Versen des Gedichtes nur zwei zu bedürfen. Im 10. ist die Leseart: טת־לו יעביד לטס nur gewaltsam in den sonst so straffen Zusammenhang des Gedichtes einzugliedem. Fasst man den Halbvers nach der kleinen Besserung von לו in לי wie יענידני, dann ergiebt sich der wahre Sinn der Zeile: Was lässt er länger mich als Sklaven schmachten und labt nicht lieber mich mit seiner Küsse Würzewein, er, dem Amoretten umwandelbar das Angesicht umrahmen und Grazien die Stirn zum Tempel weih’n. Durch die Uebersetzung ״unwandelbar* habe ich bereits angedeutet, dass in der 11. Zeile ולא zu lesen ist (vgl. Mal. 3, 6), worauf auch der durchgehende Reim des Gedichtes auf 1נו hindrängt. Was von dem Anwurfe. Charisi’s zu halten sei, dass al-Awäui den Titel und die Würde eines Schuloberhauptes von Bagdad für Geld erkauft habe, ohne die Eignung dazu zu besitzen, das wird vielleicht nach der Probe, die uns auf die Wahrhaftigkeit seiner Kritik heute zu machen vergönnt ist, kaum mehr als zweifelhaft gelten. Allein die Käuflichkeit solcher Aemter ist, seit wir Ben Sutta von Kairo kennen gelernt haben, nicht mehr so auffallend. Möchte eine Genisa von Bagdad für die so völlig vergessene Geschichte und Litteratur Babyloniens uns neues Licht bringen! Miseellen. Die Polemik des Samuel ibn Abbas. Von der Schrift dieses Renegaten (um 1170) hat Munk nur ein Fragment in Paris entdeckt. In der Bibliotheca M&them., herausg. von G־. Eneström in Stockholm (Jahrg. 1896 S. .89 n. 6) brachte ich zum ersten Male die Existenz eines ms. in der Bibliothek des Khedive zur allgemeinen Kenntnis und sann über einen Weg zur Erlangung einer näheren Nachricht und event. einer Abschrift. Mit einer solchen wurde ich soeben sehr angenehm überrascht. Der Hergang ist folgender: Herr S. Friedmann, geh. Christ, aber Abkömmling von Veite! Heine und Fiduciar der Stiftung, besuchte mich bei seinem wiederholten Aufenthalt hier und^gab mir Gelegenheit, seinen edlen selbstlosen Charakter zu erkennen, noch bevor er einen Teil seines Vermögens an den Colonisationsversuch verlor, der ihm nur Undank und Verläumdnng einbrachte. Ich habe damals mein Bedenken nicht vorenthalten. Im vorigen Sommer bat ich ihn, da er die letzten Winter in Cairo verlebte, sich für meinen Wunsch zu interessiren. Am 17. December erhielt ich durch die Post eine im November d. J. von einem Muslim