Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1897)
- Date
- 1897-11-01
- Page
- Seite 188 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2254995-7565887-7600079--0405-2255378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
188 ersten Zeilen der Ausgabe im קונץ ed. Leipzig mit der ed. pr.(Const. 1569) hat mich belehrt, dass erstere recht schlecht und zu wissenschaftlichen Zwecken nicht zu gebrauchen ist; somit wäre schon eine blosse Eeproduction der ed. pr. sehr verdienstlich. Isak Ibn al-Awäni. : Von Prof. Dr. David Kaufmann. Die Spitzen und Stacheln, mit denen Oharisi das auch in der Poesie sich versuchende Schuloberhaüpt von Bagdad, Isak al-Awäni, verwunden wollte, bleiben so lange stumpf und wie abgebrochen, so lange man nicht erkennt, dass der Kritiker wie so häufig mit dem Namen seines Opfers spielt. Wie frostig klingt הכלי nww, wie schäal und gedankenarm das angeblich göttliche Orakel (1. Sam. 10,23) הנה' הוא נחבא אל הכלים! Allein die fahlen Redewendungen gewinnen sofort Farbe und• Leben, wenn wir uns daran erinnern, dass אלאואני — arabisch so viel als: die Gefässe bedeutet. Für den losen Spötter Gharisi klang mit dem Namen des Poeten zugleich die Bosheit mit, die er als Pfeil gegen ihn abschnellen konnte. Kein Gefäss der Gnade das, sondern eines für schlechte Verse. Allein die Lieder gehen in die Brüche und mit dem ״Gefäss“ ist es aus! Nomen et omen. Fragt man, wo wohnt die Poesie, die Kennern widerwärtig wird, dann antwortet das Orakel: Sie hat sich ganz und gar auf al-Awäni j_«= הכלים] zurückgezogen. . Für uns hat der böse Witz das Gute, die Namensform des Angegriffenen zu sichern. Er braucht nicht mehr vorsichtig, in den hebräischen Charakteren אלאואני. stecken zu bleiben, noch auch in der Umschrift mit einem Fragezeichen verfolgt zu werden; er hat einfach und sicher Isak al-Awäni geheissen oder richtiger, da dies sein Familienname war, Ibn al-Awäni. Das Gedicht, das wir Dank Brody’s Herausgabe (oben p. 158f.) jetzt von ihm kennen, ist die beste Widerlegung des fahrenden Kritikers, dessen Epigramm sich jetzt als Rache für ungenügende Honorirung der eigenen Poetenansprüche oder verletzte Eitelkeit herausstellt. Al-Awäni kann im Gürtelgedichte kühn mit den spanischen Meistern der Gattung wetteifern. Er meistert die Form und handhabt das Wort wie ein gewandter Pfleger dieser Kunst•* gattung. Wenn wirklich erst Mose b. Schescheth die hebräische Poesie aus Spanien nach Babylonien verpflanzt hat, wie uns ebendaselbst Charisi berichtet, so ist es jedenfalls mit Erfolg geschehen. Al- Awäni hat von seinen spanischen Vorbildern auch den Kunstgriff גד