Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1897)
- Date
- 1897-11-01
- Page
- Seite 171 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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171 [Die vorliegende Schrift bietet den Briefwechsel zweier Heroen des Judentums der Neuzeit, des gelehrten Politikers Moritz Veit und des genialen Predigers und geistreichen Forschers Michael Sachs. Eine innige Freundschaft verband schon von Jugend an die beiden hervorragenden Männer, denen vor allem die Gemeinde Berlin so vieles verdankt. In die Zeit, wo Michael Sachs als Nachfolger Zunz’s die Predigerstelle in Prag bekleidete, also in die Jahre 1835 bis 1844 fallt der Hauptteil des Briefwechsels, der die Angelegenheiten der Juden in Preussen, besonders in Berlin, die Gemeindeverhältnisse in Prag, die Reformbestrebungen innerhalb des Judentums, Fragen der Politik, Literatur und Kunst von einem weit schauenden Gesichtspunkte aus erörtert. Charakteristiken von Personen sind oft wahre Cabinetstücke in Beobachtung und Zeichnung, wie beispielsweise die des bekannten Predigers Salomon Plessner. Dieser Brief ist umsomehr hervorzuheben, als in einer vor kurzem erschienenen Biographie dieses Gelehrten (s. oben S. 136) Züge Pl’s. in Abrede gestellt werden, die jedem aufmerksamen Leser Plessnerscher Schriften in die Augen springen, wie z. B. der Hang zum frommen Mysticismus, den Veit hervorhebt. Mit einer gewissen Innigkeit verfolgt man die Anteilnahme, die ein jeder der beiden Freunde an der Ausbildung des anderen nimmt, wie in Veit gewissennassen die Quellen zu finden sind für manche Schriften Sachs! Es ist ein stetes Streben nach höherer Ausbildung, die beide beseelt. Wollte man Veit und Sachs nach ihren Briefen beurteilen, so würde Sachs als ein Gelehrter, der sich leicht von seinem Temperament zu Aeusserungen gerechten Zornes hinreissen lässt, uns erscheinen, Veit dagegen als ein Weltmann, mild und friedlich, ein abgeklärter Geist. Nur noch ein Wort über die Ausgabe des Buches. So dankbar wir die Publikation des gelehrten Herausgebers begrüssen, so müssen wir doch betonen, dass es der Gerechtigkeitssinn verlangt hätte, bei der Veröffentlichung Briefe über die Reform im Judentum nicht zu unterdrücken, was G. an anderer Stelle selbst gefühlt hat. Man ist sonst gar zu leicht geneigt, abfällige Aeusserungen über Männer der entgegengesetzten Richtung als etwas tendenziöses bei dem Herausgeber zu fassen, was an dieser Stelle von Herrn Prof. G. gewiss nicht beabsichtigt ist. — A. Fr.] HEMAN, F., Das Erwachen der jüdischen Nation. Der Weg zur endgültigen Lösung der Judenfrage. Basel, P. Kober, 1897. 2 Bl. u. 114 S. M. 1. — JAGIC, V., Testamenti prophetarum interpretatio istro-croatica saeculi XVI. Wien, Holzhausen, 1897. VII u. 316 S. M. 10. — JORET, 0., Les Plantes dans l’antiquite et au moyen äge (histoir, usages et symbolisme). Prem, part.: les Plantes dans l’Orient classique (Egypte, Chaldöe Assyrie, Judee, Phönicie). Paris, Bouillon, 1897. XX und 504 S. JOUANEN, J., Aper<ju sur les legislations de FAncien Testament, considörees au point de vue moral et religieux. Montauban, Granie, 1897. 98 S. ISSACHAR(?) BAER, Commentaire sur le Cantique des cantiques.