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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1897-09-01 · 5 (September-Oktober 1897) · p. Seite 142

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
II (1897)
Issue
5 (September-Oktober 1897)
Date
1897-09-01
Page
Seite 142 (sequence 10)
Language
German
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142 SCHULTE BÜNNERT, A. F., s. Hoedemaker, Pb. J. SELLIN, E., Beiträge zur Israelitischen und jüdischen Religionsgeschichte. Heft II: Israels Güter und Ideale. Erste Hälfte. Leipzig, A. Deichert Nachf., 1897. VIII u. 314 S. M. 6.— URTEXT UND UEBERSETZUNGEN der Bibel in übersichtlicher Darstetlung. Sonderabdruck der Artikel Bibeltext und Bibel־ Übersetzungen aus der dritten Auflage der Realencyklopädie für protest. Theologie und Kirche. Leipzig, Hinrichs, 1897. 2 Bl. u. 240 S. M. 3.— [Die Sammlung enthält folgende Artikel: 1. Bibeltext des AT.; 2. Bibeltext des NT.; 3. Bibelübersetzungen [griechische, lateinische, deutsche, ägyptische, äthiopische, arabische, armenische, englische, finnische, georgische, hebräische (des NT.), jüdisch aramäische (Targumim), keltische, litauische, magyarische, neugriechische, niederländische, persische, romanische, samaritanische, skandinavische, slavische, syrische; Bibelübersetzungen im Dienste der Mission.] Als Bearbeiter, resp. Neubearbeite!’ der einzelnen Artikel sind zu nennen: Buhl(־Dillmann), v. Gebhardt(״Tiscbendorf), Balogh Belsheim, Berger(״Reuss), Dalman, Gregory, Bestien, Meyer, Nestle(*Volck, Fritzsche), Prätorius, Zimmer. Der Art. Bibeltext des AT. beschäftigt sich eingehend mit der Geschichte des Textes unter Berücksichtigung der Textkritik, lässt aber die Quellenkritik unberücksichtigt. Bei der Behandlung der einschlägigen Fragen kommt natürlich die jüd. Traditionsliteratur schlecht weg. Aber interessant ist es, wie der historische Wert derselben steigt und fällt, je nachdem es den Zwecken des Verf. entspricht. Nach S. 4 ist der talm. Bericht über die Einführung der Quadratschrift (Sanh. 21b) eine ״jüdische Sage“, wenn auch die neueren Untersuchungen über die Entwicklung der semitischen Schrift die aramäische Abstammung der Quadratschrift bestätigen. Hingegen ist die Mitteilung, dass bei der Feststellung der Laa. des Pentateuchtextes nach Stimmenmehrheit verfahren wurde (jer. Ta‘anit IV f. 68 b), eine ״ohne Zweifel auf guter Grundlage ruhende jüdische Tradition“, weil sich daraus — ״die ganze Naivität des kritischen Verfahrens“ der alten Rabbinen ergiebt! — Wenn eine bestimmte Becension des revidierten Bibeltextes mit einem Male autoritative Giltigkeit gewonnen hätte, wie S. 7 angenommen wird, so hätte die Tradition dieses grosse Ereignis sicher in irgend einer Form der Vergessenheit entzogen. — Woher hat Verf. die Form הכריעים (S. 9)? — Zur Geschichte der סדרים und der Kapitelabteilung vergl. Berliner, der Einfluss des Buchdruckes etc. S. 29—40. Die zum synagogalen Gebrauch angefertigten ״öffentlichen oder heiligen“ Pentateuchrollen sollen nach S. 13 auch die fünf Megilloth und die ״Haftaren“ enthalten. Uns sind solche Universalsynagogenrollen nicht bekannt. — Man wird gerne zugeben, dass sämtliche Artikel der Sammlung die ältere und neuere Literatur über die behandelten Fragen in reichem Masse angeben. Doch wird man sich auch der Ueberzeugung nicht verschliessen können, dass allen Artikeln die Tendenz gemein ist, die Bemühungen protestantischer Gelehrter um Erklärung und Verbreitung der heiligen Schrift in das hellste Licht zu setzen, oft auf Kosten der Nichtprotestanten. Die liebr. Literatur der letzten Jahrzehnte z. B. fehlt fast vollständig; die von jüdischer Seite angefertigten Bibelübersetzungen sind kaum berücksichtigt (mit Ausnahme der arab. UeberSetzungen und der Targumim).

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