Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 102 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2254995-7565887-7600076--0316-2255292- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
102 fortgeführet, ich Belte M. aber die auswärtigen Bestellungen besorge und die Abdrucke revidire,a das Privileg auf sie zu transferiren. 117). Das 0. A. fordert darauf Mack 10t zu einer Erklärung auf, die derselbe am 22. Mai dahin abgiebt, er habe gegen Transferirung des alten Privilegs nichts einzuvvenden. 118) Ferner wird den Juden-Vorstehern am 23. Mai binnen 8 Tagen Bericht abgefordert, worauf diese (Cheym Levis, Seeligmann Moses, Kauflfmann Levi und Emanuel Moses)119) am 12. Juni antworten, ״dass wir bey gestattung dieser Bitte im mindesten nichts zu erinnern finden, indem es wahrer Nutzen für die hiesige Judenschaft ist, wenn die ihr nöthigen Bücher hier gedruckt werden können, weil sie sonsten genöthigt wäre, ihre Bücher auswärts mit grösseren Kosten kommen zu lassen, mithin auch das geld ausser Land käme; es würden auch schon sehr oft besteilangen von Büchern von auswärtigen dahier gemacht, wodurch vieles Geld ins Land käme. — Wir vereinigen uns daher mit der Bitte der unterthänigsten Supplicanten, nur mit dem Anhang, dass keinem ohne dem andern das Privilegium ertheilt werden möge.129). Am 20. Juni übersendet das 0. Ä. diese beiden Protokolle und fügt hinzu, ״es wisse hierbey um so weniger etwas zu erinnern, als die Löw Wormsersche Wittib, welche sich mit einem Galanterie Handel jetzo abgiebt und in der Hoffnung lebt, dass ihr Verlobter Elias Durlacher121) den Schutz erhalten wird, gegen die Transferirung cdes Privilegii auf ihre beiden Schwägern nichts einwendet, da sie keinen Gebrauch mehr von solchem zu machen gesonnen ist. — Die Erhörung der beiden Supplicantcn Bitte dörfte um so weniger einem Anstand unterworfen seyn, als hierdurch die Juden Familie nicht vermehret werden, weil der Hirsch M. W. unter Beibehaltung seines Schutzes in Rastatt mit seinem hierwohnenden den Talmud. lehrenden Schwager Belte Moses Offenbach die druckerey von hier aus besorgen will.“ 122) Am 24. Juni trägt darauf der Hofrath auf Ausstellung des Privilegs an123) und an demselben Tage erfolgt auch die Transferirung unter den Bedingungen, die in dem Privileg vom 17. Januar 1782 117) Stk. 59. ״ö) Anlage II zu Stk. 60. 119) Fecht S. 241 ff. berichtet, dass bis 1784 ein dreitheiliges Vorsteherregimenfc bei den Juden bestand, welches in diesem Jahre aufhörte, da Hayum Levi allein Schultheiss wurde. Diese Angabe wäre hiernach zu berichtigen. Ueber die Angeführten vgl. Fecht S. 241 und S. 245. 2°ב) Anlage Izu Stk. 60. 121) Die Familie Durlacher stammt aus Worms und führt ihren Stammbaum bis ins XVI. Jahrhundert zurück. Elias Durlacher nahm den• Namenseiner Frau an und später folgte sein einziger Bruder Kaufmann diesem Beispiele, so dass der Name Wormser nun in dem in Karlsruhe noch heute blühenden Zweige der Familie Durlacher [טורלך] fortlebt. i22) Stk. 60. 123) Stk. 61.