Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 3 (Mai-Juni 1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 84 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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84 mystische Schriften zum ersten Mal herausgegeben oder nochmals abgedruckt hat. Lehrreiche Beiträge zur Litteraturgeschichte der. jüdischen Mystik im Mittelalter haben Grätz in einer umfangreichen Note zum 7. Bande seiner Geschichte, Steinschneider in ״Jüdische Litteratur“ und in mehreren Bänden seiner ״Hebräischen Bibliographie“, Epstein im zweiten Jahrgange des Hachoker geliefert. Eine populäre Darstellung gab Pb. Bloch in seiner ״Geschichte der Entwickelung der Kabbala und der jüdischen Religionsphilosophie (Trier 1894. Aus Winter und Wünsche, die jüdische Litteratur seit Abschluss des Kanons). Mit der Bearbeitung der äusseren Geschichte der Mystik hat die innere Erforschung ihrer Entwicklung und die Klarlegung ihrer Lehren naturgemäss nicht gleichen Schritt gehalten; erst in neuerer Zeit bringt man dieser Seite der Frage erhöhtes Interesse entgegen, wie mehrere Arbeiten in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 87. Band, sowie Arbeiten von Gaster, Epstein und Anderer zeigen Zur innern Erforschung der Mystik will auch Moxse Schwab, der schon durch mehrere Beiträge sich um dieses Wissensfeld verdient gemacht hat, ein Hilfsmittel bieten mit seinem in der Aufschrift genannteu angelologischen Wörterbuch. Bei der hervorragenden Rolle, welche den Engeln und Dämonen in der Geheimlehre zufällt, ist eine solche Zusammenstellung unstreitig von hohem Werth. In einer allgemeinen Einleitung zeichnet der Verfasser in grossen Zügen die Anschauungen über Ursprung, Zahl und Beschaffenheit der Engel. Er verbreitet sich auch über das Zauberwesen, über den Glauben an Vorzeichen und die Lehre der Astrologie. In allgemeinen Umrissen wird auch die Geschichte dieser Anschauungen bei Christen, Juden und Muhammedanern zur Dar- Stellung gebracht. Eine wirkliche Geschichte wird freilich nicht gegeben, da keine Entwicklung dieser Anschauungen gegeben wird. Die verschiedenen Epochen werden von einander nicht unterschieden. Sein Hauptaugenmerk richtet Verf. auf die jüdische Mystik im Mittelalter. Ihre Elemeute werden zum Teil aufgezeigt, besonders die verschiedenen Arten der Buchstabencombination, ב״ם ,א״ת ב״ש V׳k, אח״ס בט״ע etc., sowie Spielereien mit den Buchstaben als Zahlwerten und Aehniiches. Den Schluss bildet eine bibliographische Zusammenstellung der verarbeiteten Schriften, wo auch angegeben ist, welche Werke mit den bloss durch Handschriftsnummern citierten Schriften gemeint sind. Im Wörterbuclie werden nämlich in zahllosen Fällen nicht die Büchertitel, sondern ihre Bibliotheksnummem in der Handschriften- Sammlung der Pariser Bibüothöque Nationale angegeben. Um also zii wissen, von welchem Verfasser and von welcher Schrift die Rede ist, muss man in den allermeisten Fällen die Bibliographie nachschlagen. Das Wörterbuch wäre viel handlicher geworden, wenn die Büchertitel mit der Bibliotheknummer in Klammern kurz angegeben worden wären. Nach der 34 Seiten umfassenden Einleitung folgen zwei Namenslisten. Die erste, welche die hebräischen und aramäischen Wörter bietet, umfasst 234 Seiten (34—269), die zweite, welche die griechischen und lateinischen Wörter verzeichnet, füllt 46 Seiten (270—314), worauf Schlussbemerkungen folgen (315—318). Die erste Liste übersteigt also um das Fünffache die zweite. Da in Gemmen, Medaillen, Amuletten, gnostischen Schriften und Zauberpapyri ein überreiches Material jüdischer und von jüdischer Auffassung beeinflusster Mystik vorliegt, ist diese riesige Differenz auffallend und man wäre versucht zu glauben, dass die Juden den reich bevölkertesten Himmel besassen. Dies wäre eine arge Täuschung. F$st alle wirklichen jüdi- " ב¬ ל