Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 2 (März-April 1897)
- Date
- 1897-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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66 einen Beweis für einen derartigen Einfluss des Aramäischen auf das hebräische Sprachgefühl, dass manche Abschreiber die fraglichen Namensformen auch in den Bibeltext hineintrugen. Das eine Beispiel צסון־צסונה findet sich merkwürdigerweise auch bei Hier. Vielleicht hat man es hier mit dialektischen Verschiedenheiten der hebräischen Sprache zu thun. Es sei dem, wie ihm wolle, soviel steht fest, dass viele Ortsnamen vom Volke mit dem a-Schlusslaut versehen wurden, Hieronym. lässt sich also von den volkstümlichen Benennungen leiten. Auch die LXX dürften schon in Folge dieses Einflusses in ihren hierhergehörigen Umschreibungen von dem hebr. Texte abgewichen sein. Wie mit Zoara, wird es sieb auch mit ״Luza“ verhalten, welches Spanier p. 4 bespricht. Da zur Zeit des Hier, eine Stadt Luza noch existirte (167lt: Luza haec altera est), wird ihn der geläufigere Name beeinflusst haben. Bei ״Ulammaus“ — אולם לח (Gen. 28,19), das H. trotz besseren Wissens aus LXX aufnimmt, ist er vom lebenden Sprachgebrauch nicht beeinflusst, er belässt also die Endung nus“, ohne ein a hinzuzufügen. Der Ortsname ״Chabratha“, welchen LXX aus כדת ד!אךץ? (Gen. 35,16) errathen, dürfte seine Form ebenfalls dem st. emph. verdanken, zumal es noch zur Zeit der Tradition einen Ort כפרתה gab (Neubauer, G60graphie 15). Ganz abenteuerlich ist die Ableitung von ךת (ה)$ךץ??> sodass ה zum ersten Wort herübergezogen worden wäre. Bei einer Bearbeitung des Onomastikons müsste man auf die einschlägigen Daten der Tradition stets Rücksicht nehmen und den Einfluss in Erwägung ziehen, welchen die gleichzeitigen Zustände auf die Interpretation des Kirchenvaters und seiner jüdischen Lehrer ausübten. Antedatirungen, Identificationen der Vergangenheit mit der Gegenwart waren bei den Alten gang und gäbe. Zu מעלה אדמים (Josua 15, 7) bemerkt Hier, unter Anderem: ascensus ruforum ״sive rubentium propter sanguinem qui illic crebro a latronibus funditur“ (Sp. p. 11). fl. hat, wie man sieht, אדמים richtig von 0״ אדroth“ abgeleitet und Verf. imputirt ihm mit Unrecht eine Ableitung von מלא ךמים. H. hat bloss den Ursprung der Benennung ״roth“ irrthümlich erklärt. Josua 11,17 übersetzt die Vulgata: ״partem montis“. Hieraus ist jedoch nicht zu schliessen (p. 19), sie habe חלק ההר g©־ lesen. Die Vulgata folgt in ihrer Uebersetzung Aquila, der חלק als סי$ק auflasst, womit noch nicht gesagt ist, dass die Reihenfolge der zwei Worte umzakehren ist.