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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1897-01-01 · 1 (Januar-Februar 1897) · p. Seite 30

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
II (1897)
Issue
1 (Januar-Februar 1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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30 In ganz Europa70) haben die Juden keine eigene Druckerei. Nicht in Pohlen, nicht in Frankfurt, nicht in Prag, nur allein in Fürth einem Landstrassen oder Judenort ist eine Art derselben, welche nur eine Stümpelei ist und ewig seyn wird. Es ist also bedenklich, selbst wieder die Würde der Buchdruckerkunst in einer Fürstl. Residenz ihnen ein Druckerei Privilegium zu geben, da man sie ja nicht einmal bei denen1״ Innungen der gemeinsam Handwerker zulassen würden. — Die Juden beziehen sich auf eine schriftliche Erklärung, dass ich ihnen Druckerei zugestanden. Ohne mich auf die Gültigkeit oder Ungültigkeit jetzo einzulassen, will ich die Ursachen anführen, warum ich sie gegeben und habe gehen können, ohne mich gegen eigene Rechte zu befangen. Die L’sclie Druckerei hatte die Juden Schrift mit der Druckerei von Heldens Erben käuflich übernommen. Damals batten die Juden schon den Gedanken einer eigenen Druckerei, und ich, um auch andern Brod zu lassen, lies, da jene Druckerei hebräische Schrift hatte, keinen Buchstaben hebräisch giessen, so sehr Jud Salomon der Verstorbene71) an mir war, es zu tliun. Ich hatte Leute und habe noch Leute, die das hebräische so gut, noch besser als ein Judensezer sezen können, von Druck ist nicht die Rede. Dieser Juden-Sezer, welcher zur Schande der Christen ein Fürther-Druckerei-Zögling ist, durfte in der L’schen Druckerei, ob die gleich aus Mangel an Leuten ihm hernach das Sezen überlies, dennoch nicht im Angesicht oder Beiseyn anderer Sezer oder Gesellen seine Arbeit verrichten, wie er denn noch nicht darf. — Ich hatte deswegen aber es nicht aufgegeben hebräische Schriften giessen zu lassen, denn ich ging damals damit um, nach Anlage (welche mir aber wieder als ein Original zurück erbitte)72) selbst ganz neue, vortreffliche hebräische Schriften giessen zu lassen. Mangel an Hülfe in diesem grossen Geschäft theils an Geld theils an Gelehrten vereiteiten aber solches und ich musste es geschehen lassen, dass da der verstorbene Herr Kirchenrath Maler 73) dieses mein Project an Michaelis 74) und selbiger es an Kenikott74) sandten, dass letzterer es ausführte, schlechter ausführte als ich gethan haben würde, wenn mir dazu nicht die Kräfte gemangelt. —־ Nun, da ich glaubte mit der gekauften L’schen Druckerei nach Grundlage meines Druck-Accords Privilegium und hebräische Schriften zu erhalten, solche da sie nun einmal da sind, ebenso zu nuzen, wie die L’sche Druckerei und vorher Held genuzt haben, nehmlich damit vor die Juden zu drucken solange sie etwas zu drucken haben, wollen diese Juden, da ich noch in meiner unglücklichen Lage wegen besagter L’scher Druckerei bin, wie Freibeuter mir diese hebräische Schrift nicht nur, sondern ein Privilegium zum Druck ordentlich wegkapern. Dieser Judendruck ist ohnehin nur Beihülfe in einer Druckerei. Ohne die hiesigen Judensezer solte von christliche Sezer ihr Werk ebenso gut wo nicht besser gemacht werden. Mit eben den redlichen Gesinnungen, welche mich abhielten mir hebräische Schriften giessen zu lassen, hatte ich mir auch vorgenommen, dem Juden- 70) In. Wahrheit gab es damals kaum einen grösseren Druck ort ohne hebräische Druckerei im Besitze von Juden, vgl. Steinschneider 1. c. 71) Gemeint ist wohl der Schultheiss und Hoffakter Salomon Meyer, gestorben 1774. Fecht S. 241. 72) Dieselben sind denn auch nicht bei den Akten. 66) Johann Friedrich Maler, gestorben 1764. Fecht S. 104. Das Project scheint mit dem Plane Macklots aus dem Jahre 1759, eine Prachtausgabe der Bibel zu veranstalten, zusammengehangen zu haben, vgl. Anhang II. u) Die bekannten Orientalisten. כ־

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