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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1897-01-01 · 1 (Januar-Februar 1897) · p. Seite 21

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
II (1897)
Issue
1 (Januar-Februar 1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 können: S. 11 Z. 4 7. u. glaubt Verf. ,,nicht weiter als bis an das Ende des 16. Jahrhunderts hinuntergehen zu sollen, wenn auch bis in das 18. Jahrhundert hinein noch in hebr. Sprache gedichtet wurde“. Fast hätten wir aus diesem Satze geschlossen, dass von den hebr. Dichtern des 19. Jahrh. bis zu unserem Verf. kein,e Kunde gedrungen sei. Aber S. 104 lässt er sich doch herbei, ״die Erter, S. D. Luzzatto, Mises, Gordon u. a.“ als ״Meister der Sprache“ anzuerkennen, doch kann er ihnen keinen Platz im Pantheon der neuhebr. Dichter zuweisen, weil sie nicht mehr in der hebr. Sprache lebten, ״darum waren sie wohl neuhebräische Poeten, gehören aber nicht mehr der Literatur der neuhebräischen Poesie an, so wenig wie. man die lateinische Rectorenpoesie des vergangenen Jahrhunderts in die Geschichte der lateinischen Literatur mit einbeziehen würde“. Wir hätten nichts dagegen, wenn S., beim 19. Jahrh. angelangt (er kommt aber nur bis Ende des 16. Jahrh.), mit einem herzhaften Federstrich sein ״ignoramus“ hingeschrieben, oder, wenn er das nicht konnte, sonst einen wohlfeilen Grund ausfindig gemacht hätte. Aber durchaus nicht billig ist es, mit Scheingründen, deren Haltlosigkeit jedem halbwegs Kundigen sich aufdrängt, ein Lesepublikum abspeisen zu wollen. Oder glaubt es S. selbst, dass irgend ein deutscher Dichter Ende des 16. Jahrh. mehr ״in der hebr. Sprache gelebt16 hat, als unsere Brüder in Polen und Russland heute? Meint er allen Ernstes, dass einem Samuel ihn Adija (S. 105 —107) und einem Süsskind von Trimberg (S. 212—214) eher ein Platz gebührt in der hebr. Poesie, als einem Mose Chajim Luzzatto oder einem N. H. Wessely? Und ist er sich wirklich nicht bewusst, wie sehr sein Vergleich mit der ״Rectorenpoesie des vergangenen Jahrhunderts“ hinkt? — Wir haben hier die Mängel mancher Arbeiten schonungslos aufgedeckt, nur um den Anforderungen einer ehrlichen Kritik zu genügen, nicht aber, um über das Werk im Ganzen den Stab zu brechen. Vielmehr sind wir der festen Ueberzeugung, dass das Werk dem gebildeten Laien über gar manche Frage Aufschluss geben, dem Rel'gionslehrer in verschiedener Hinsicht von grossem Nutzen sein kann. Wir haben oben (1,172) einiger vorzüglicher Arbeiten der Sammlung Erwähnung gethan, und können hier mit gutem Gewissen auf die vortreffllichen Arbeiten von Bloch, auf die meisterhafte Abhandlung von Kayserling 11. a m. hinweisen. Was wir getadelt, soll ein blindes Nachbeten alles dessen, was einmal gedruckt ist, für die Zukunft verhindern. In einer zweiten Auflage, die wir dem Werke von Herzen wünschen, werden die weniger gelungenen Arbeiten zu berichtigen, beziehungsweise durch andere Arbeiten über dieselben Themata zu ersetzen sein. —] Kataloge. Von der Firma S. Calvary & Co. ist soeben ein gut ausgearbeiteter ״Antiquarischer Katalog Nr. 188a, 2028 N. ״Semiticatt enthaltend, zur Versendung gelangt. Nr. 520—1187 sind Hebraica und Judaica, darunter auch manche Handschriften. (N. 697: Psalter, schöne Schrift mit Vocalisation u. Punktation; bunte, schön ausgeführte Initialen).

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