Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 z. B יום כפור קטן zu sein, dem de־Modena’s יום זה יהי משקל כל חטאתי einverleibt wurde; das ״Gebetbuch“ ist das deutsche Machsor! Andere Riten aber haben noch viel jüngere Pijutim; bei Berücksichtigung derselben hätte sich die vom Verf. bestimmte Grenze verschoben. S. 27 hätte Besseres aus dem seit 1879 edierten Diwan Samuel ha- Nagid’s angeführt werden können — wenn ihn S. gekannt hätte. Aber ר zu unserer nicht geringen Ueberraschung erfahren wir (S. 108), dass wir von Samuel ,,nur wenig besitzen, Bruchstücke aus einer Psalmen- Sammlung (Ben Tehillim) und eines Spruchbuches (Ben Misch le)! Harkavy hat also die Schätze der Kaiserl Bibi, zu Petersburg aller Welt zugänglich gemacht, nur nicht dem neuen Bearbeiter der hebr. Poesie. Nicht besser als Samuel, ist es Mose ibn Esra ergangen. S. 118 werden einige Verse 'aus dem Tarschisch nach den wenigen Mitteilungen Luzzatto’s (Briefe, Przemysl 1882) in deutscher Uebersetzung abgedruckt, während die ganze Dichtung seit 1886 im Druck vorliegt, ohne dass es Verf. wüsste — S. 29 wird unter den Gedichten Gabirol’s eine Uebersetzung des Pismon שופט כל הארץ mitgeteilt, der aber kaum Gabirol zum Verf. hat, was schon Zunz Lg. 312 bemerkt. S. 34 wird Sal. b. Gabirol zum Verf. der Zionide ציון קחי כל צרי גלעד gemacht u. das. (Anm.) erfahren wir, dass diese Dichtung von Einigen Elia dem Alten zugeschrieben werde! Derartiges durften sich Heidenheim und Baer leisten. Aber wer es heute unternimmt, eine Darstellung der hebr. poetischen Literatur einem grossen Publikum vorzuführen, sollte doch wissen, dass man vor Jehuda ha-Levi keine Zionide geschrieben, ja nicht einmal das Metrum der Zionide gekannt hat (vergl. Dukes, relig. Poesie p. 70,׳ Brody, Studien zu den Dichtungen Jeh. ha-Levis I p. 28 29), und dass man einem französischen Dichter des 11. Jahrh., noch dazu Elia ״dem Alten“, dessen Dichtungen uns ja zum Vergleich vorliegen, eine solche Leistung ganz und gar nicht Zutrauen kann. Ueber den wabrscheinl. Verf. der genannten Zionide vergl. Zunz Lg. 490. — S. 44 ist nicht gerade die beste Uebersetzung der Zionide Jehuda ha-Levi’s gewählt, während S. 33 von Gabirol’s שוכני בתי חומר eine Nachbildung, nicht eine Uebersetzung, geboten wird. Da ist doch eher die weniger poetische, aber doch correcte Uebersetzung von Dukes (Ehrensäulen S. 72) vorzuziehen. S. 73 ist — anno 1895 — Jehuda b. Samuel ha־Chasid (der wahrscheinl. 1217, nicht 1216, keinesfalls aber 1226 wie Grätz VI3 232 hat, gestorben ist) mit Jehuda b. Isak Sir Leon aus Paris confundiert! Ob wirklich Jeh. b. Samuel den ״Preisgesang‘1 verfasst habe, bleibe dahingestellt. — S. 191 hätte doch bei Immanuel dessen Verdienst, das Sonett in die hebr. Literatur eingeführt zu haben, hervorgehoben werden sollen. Nach S. 210 geht mit Ende des 14. Jahrh. die ״eigentliche“ weltliche jüd. Poesie zur Neige. Was z. B. in Italien auf diesem Gebiete n ach dieser Zeitgrenze geleistet wurde, gehört also zur ״uneigentliehen“ weltlichen Poesie der Juden, die zu behandeln nicht zu den Aufgaben des Verf. gehört! Warum heisst aber die Abhandlung ״Die poetische Literatur“, nicht ״Die eigentliche poetische Literatur“? Gestattet uns Herr S., ihm mitteilen zu dürfen, dass das älteste bekannte hebr. Drama, das von Berliner 1874 edierte יסוד עולם des Moses Sacuto, im 17. Jahrh. entstanden ist? ־־־ S. 211 hören wir, dass der Feder I8r. Nagara’s ״kein weltliches Gedicht entflossen ist“; dieses Räthsel löst der Literaturnachweis (S. 216), aus dem hervorgeht, dass Verf. von Nagara nur das kennt, was Friedländer (Wien 1858) ״zum ersten Mal herausgegeben“ hat! Wir verschweigen alle übrigen Bemerkungen, die wir noch mitteilen könnten, bis auf eine, die wir nicht unterdrücken