Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Stadt, wie Mayer.will, sondern ihre Verheerung hat im Gesetze den Tempel geistig auferbaut.1) (Inhaltsangabe folgt.) Moses Friedländer]. REINACH, THEOD., Textes d'auteurs grecs et romains relatifs au Judaisme r6unis, traduits et annotes. Paris, Leroux, 1895. 'XXII u. 376 S. [Mit den Büchern Esra und Nehemia schiiesst bekanntlich die ältere jüdische Historiographie. Die Bücher der Maccabäer, Phiio’s Legatio ad Caium und Flavius Josephus Schrift ״Vom jüdischen Kriege“ sind uns wertvolle Berichte von einzelnen Vorgängen in der Geschichte der Juden. Unausgefüllt bleibt aber die Kluft in der Geschichtsschrei־ bung von der Eroberung Palästinas durch Alexander den Grossen bis zur Zeit des Unterganges des jüd. Staates, die in fortlaufender Folge die Ereignisse von vier Jahrhunderten verzeichnen soll&ö. Enthalten auch Josephus ״Antiquitates“ doch nur Berichte aus Werken heidnischer Schriftsteller, wie des Polybius, Posidonius, Strabo u. a. m. Doch bei weitem nicht alle Schriften, die sich mit der Geschichte der Juden oder der Geographie Palästinas beschäftigen, sind Josephus" be־ kannt geworden, ja haben ihm auch nur bekannt werden können. Welch״ wichtige Quellen diese Berichte enthalten für eine Zeit, wo jegliche andere Mitteilung fehlt, liegt auf der Hand; geben sie doch zugleich einen Beitrag zur Culturgeschichte der Juden durch die Urteile, die Rom und Alexandria über jüdischen Cultus und jüdischen Geist fällten. Eine Sammlung von mehr als zweihundert Excerpten aus Schriften von mehr als 100 griechischen und römischen Classikem enthält das Buch Reinacli’s, dessen Edition wir der ״Societe des etudes juives“ verdanken. Ist schon die fast vollständige Sammlung über Judentum und Palästina bei griechischen und römischen Schriftstellern in kritischer Form ein bedeutendes Verdienst, so wird der Wert des Buches noch weit erhöht, ו) Leider erst bei der Correctur der rasch zu beendenden Arbeit sieht Ref. die oben citirte Abhandlung de Lagarde’s. — Unabhängig Asiens himmelstürmendem Berge, dem Quellpunkt des Lebens, gegenüber erhebt sich der Morijah; niedrig, ohne Waldesfrische, Menschenhäuser bedecken ihn. Doch höher als Ueberwindung des Todes im festlichen Gedanken steht Ueberwindung der Schuld im Kreislauf des Lebens (Schiller), und nicht geringer als das von de L. (S. 50) beschriebene Frühlings- und Totenfest der Perser, das ihm einen Verzweiflungsruf über das heutige Geschlecht entlockt, dürfte der von Esra abgehaltene, hoffnungsfrohe Versöhnungstag zu achten sein. Könnte ich doch glauben, dass der Meister auch mit der bei Purim gefundenen Bestätigung seines ebenda (S. 48) aufgestellten Satzes sich gefreut hätte ״Er (der Leser) wird überall finden, dass wirklich volkstümliche Feiern stets mit tiefer Pfahlwurzel und zahlreichen Saugwurzeln in dem Boden älteren Glaubens haften. Es ist einmal, trotz alles Rationalismus und Liberalismus, nicht anders: was eine Gegenwart erfreuen, was in eine Zukunft hinein dauern soll, kann der Vergangenheit, nicht entbehren, deren Stoffe es zur Nahrung seines eigenen Wesens, sie umsetzend, verbraucht.“— Von dem ursprünglichen Feste ist auch bei Purim manches: andere geblieben als Fressen und Saufen; ein Glück aber für die lange Zeit der Unterdrückung war, dass die gesetzliche Anerkennung des Festes und der Rolle, wodurch man den Wildling wieder grade zu ziehen versuchte, den Character des Festes nicht durchaus änderte. Was endlich nicht zu vergessen ist, die Juden haben noch den Versöhuungstag selbst. גר