Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Jahr im Andenken blieb, wie Chanukah das Fest der Wiedererringung der religiösen Freiheit nach schwerem Ungemach. Vorher aber und viel tiefer schlug infolge des letzten, am schmerzlichston empfundenen Rückfalles in die Schmach des Exils und darauf der wunderbaren Erbittung Gottes der Versöhnnngstag im Herzen des Volkes Wurzel. Es musste* damit die dauernde Wirkung ans Licht trete, die Geschichte der 70 und der folgenden J ahre 446/45sich kurz wiederholen. —VII. Der Satz Chr’s Esra 4,6 giebt über den König des Buches Esther willkommenen Aufschluss, aber er veranlasste auch sehr erhebliche Missverständnisse, von denen M’s Annahme einer Beschwerde unter X. das geringste ist. Sobald die Verbin־ düng zwischen X. und Artax. wahrscheinlich wieder durch griechischen Einfluss gelöst wurde, musste X. auf Grund unsrer Stelle zum Vater des Darius werden. Noch 3. Esra verstand den Satz und liess ihn weg. Die jüd. Tradition . kommt der Auffassung des Chr. nur in dem Punkte nahe, dass sie Dar. Und Artax. wenn auch nicht neben einander, so doch gleich stellt. Daher tritt auch (?) bei ihr Esra pflichtmässig im Jahre nach Vollendung des Tempels in Jerusalem auf — sein Zögern bedarf sogar immer noch der Erklärung1). Einen Punkt in dieser Entwickelung bezeichnet unbestreitbar der Verfasser des Buches Daniel. Wenn bei ihm einXerxes Vater eines Darius ist, ohne dass diese Männer für die angegebene Zeit sonst historisch zu ermitteln sind, so wissen wir ihren Ursprung in Esra c. 4 mit Sicherheit zu bezeichuen. Zeigt doch Darius der Meder (Dan. 6,1. 9,1. 11,1) auch die frommen Züge, die dem König des Tempelbaus leicht zugeschrieben wurdeu. Der ״Meder“ hiess er wahrscheinlich längst zum Unterschied von Darius III. dem ״Perser“ (Neh. 12,22) und nun legten ihm Historie wie Prophetie es nahe, dem babylonischen Reiche ein Ende zu machen. Auch sein Vater X. holte sich nunmehr späte Lorbeern mit der Eroberuug von Ninive (b. Tobit griech. 14,15). Cyrus, der als erster gleich dem letzten Perserkönig den Beinamen der ״Perser״ hatte (Dan. 6,39), blieb dadurch vor dem Missgeschick, an den medischen Himmel versetzt zu werden, bewahrt. Daniel hat dann Recht, . wenn wir ihn seinem Willen gemäss als Repräsentanten der alten Propheten (Jes. 13,17. 21,2. Jer. 15. 11,28), denen Medien früher als Per. ien zur Aufrüttelung Israels und der Völker diente, betrachten. Schliesslich dürfen wir sagen, dass Chr., wenn er auch auf dem Wege seiner nicht immer zutreffenden Lohntheorie die zeitlich bestimmte Ur- Sache des Mauersturzes verfehlte, besser als die Späteren erkannte, dass bei der Natur der Juden die heilsamsten Folgen nicht ausbloiben konnten.2) Er kannte sein Volk. Nicht der Wiederaufbau der Mauern und der *) Das 7. Jahr ist, weil Chr. eine gefällige Kombination daran knüpfte, deshalb wohl nicht zweifelhafter geworden (s. M. 92). Es erhält vielleicht dadurch eine Bestätigung, dass die Vermählung der Esther ins 7. als das erste Heilsjahr gesetzt ist. Das 12. als das Jahr Hamans wäre poetische Licenz für da& 19. — man müsste denn aus dem Buche Esther auf das 14. J. des Artax. als Zeit des Zuge5 Esra’s schliessen wollen, was sich vielleicht mit Chr. vereinigen Hesse; er unterschied dann (jedoch nicht mehr N. lff.) zwischen Anfangsjahren und Jahren selbstständiger Regierung. Das Buch Esther behielt das richtige Intervall, gab aber das Jahr Chr’s. Esras Ansiedlung wäre dann politisch als Strafkolonie für Syrien wegen des Abfalls unter Megabyzus (M. 67) zu begreifen. Chr. schob von seinem Standpunkte aus den Mauerstürz um c. 15 Jahre zurück. (Vgl S. 12. Anm. 3. 1 Jahr ausgefallen.) *) R. Abba bar Kahana, Megilla 14 a (Wünsche, bab. T. Ag. I 12,34.)