Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 (später ausgemerzt, sodass die Gefahr allein übrig blieb) waren, da alle diese Personen im Centrum des Eeiclies auftraten, räumlich riesenhaft vergrössert (s. u.), den Feinden aber ward nach Gebühr vergölten1) (s. u.). Susa musste doppelt, biissen, dass die jüdische Hauptstadt geschändet war, und die ummauerten Städte in Palästina feierten einen besonderen Tag. wenn der gesegneten Mauern Jerusalems gedacht wurde (Esth. 9, 3 ff. Misehn. Megilla 1,1. s. u.). Toll gings her am persischen Farwardinfeste (de Lagarde, Purim 1887, emendiert פורדיא für 2 3(פורים). Die Juden nahmen Teil am Karneval8) und leisteten sich ohne Schaden der Seele den Heidenscherz, auch ihre Purimgeschichte in den üblichen Göttermasken zu spielen. König und Jude4) wandelten getrost durch das Gewimmel guter und böser Götterund Göttinnen —Gott aber durfte hier nicht triumphieren. Gott hatte nur einen erhabenen Gegner, den er einer Niederlage würdigte, seinen Ankläger Hiob. — Verse und Musik klangen am Purim zürn Götterreigen5)', wie am Hochzeitstage, wenn König Salomo mit seinen Helden und Sulamith mit ihrem Chor von Zionstöchtern sich begegneten.6) Selige Zeit! Aber harte Tage brachen an. Das Gesetz musste die Feier dämpfen, die Armen galt es besser zu bedenken, nicht ohne Busse und Fastenzeit (s. 11.) sollte man sich der ausgelassenen Freude hingeben, und frömmer wars, der Er- Zahlung der immerhin approbierten Rolle7) zu lauschen, als griechischem Theaterwesen zu fröhnen. Merkwürdig getreu war die ursprüngliche Begebenheit, die wir hier wie m. W. bei keiner anderen derartigen nationalen Dichtung — Dank M’s Forschung — urkundlich darlegen können, in den Hauptzügen bewahrt. Noch immer hing an einem Federzuge des Perserkönigs in Susa (auch der Name Xerxes nicht weitab) die Existenz der Juden, und der Federzug wurde zur!echten Zeit in der Form persönlichen Gunstbeweises gethan. Noch ergänzte die Institution des Festes die Ueberlieferung an einem wichtigen Punkte. Wie treu ist das Gedächtnis des Volkes, und wie schwach sind wir ohue die zufällig uns gewährten Hilfsmittel es zu *) Haman der Agagite: — nicht weit von Samaria lag das Gebirge Amalek (Rieht. 12, 15. vgl. 5, 14) vgl. Edom — Rom. 2) Nach <pp00pa1a u. youpdaia der Sept. s jetzt über das persische^ urspr. babylonische Fest Bruno Meissner, Zur Entstehungsgeschichte des Purimfestes. ZDMG. 50,2. 1896. S. 296 301. 3) Ihr Gedenktag lag wahrsch. nahe daran (urspr. wohl Tag der Mauerweihe. Esth. 8,9 Datum der AnkunftNeh’s? 3,12 des Unglücksbriefes?) 4) Ich wage die Vermutung, dass Mordeohai, ein hervorragender Benjaminite (Esth. 2, 5 vgl. Neh. 7, 7), bei der Verteidigung der Nordmark gefallen ist vgl. Meissner a. a. 0. S. 300. (Marduk längst durch Istar ersetzt). Ueber Benjamin s. Meyer 161,165. Die ״Marotte“ der Bevorzugung hatte ihren guten Grund. Aehnlieh Abichajil. 5) Die Pointe war Mordechais Weigerung, vor Haman niederzuknieen. ß) Die ursprüngliche Form der Esthergeschichte muss dem Hohenliede analog gewesen sein. Einheit des Ortes: der Hof (1, 5. 2,11. 21. 3,2.4,6.5,1.9. 6,4.10—12.7,7.) Reste des Dialogs 3, 8f(Esr. 4,12—14). 4,13f (Botschaft Esras an Neh. durch Hanani). 5,3 (N. 2, 4). 7, 3. 4 (N. 2, 5). 8, 5. 6 (N. 2, 3. 7). Nur mit Vorsicht ist auf die ursrpr. Artax. u. Mord., die vor den Phantasiegestalten Haman und Esther zurücktraten, zu schliessen. Die Einbalsamierung Esthers steht sicher für eine Liebesscene (Hobel. 1. 4 u. 0. Grillparzer) u. s. f. י) Sept. Vulgärtext (Jos. Vulg.) hat noch Artax. ב־