Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- II (1897)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 gegen die Drohungen seiner Todfeinde, den Selbstmord als rettendes Mittel anzupreisen. — Die im Anhänge gegebene historisch-biblio- -- graphische Skizze ״Zur Geschichte dos Antisemitismus“ (S. 133—247) ist recht wertvoll, wenn auch kein festes System darin herrscht und gar ר״ manches Anfnahme gefunden hat, was nicht hingehört. Manche Angaben sind auch falsch (S. 201 ist Seh'gmann Meyer Chefredacteur der ״Jüdischen Presse“). S. 136 verspricht Verf. eine vollständige ״Bibliographie der Judenfrage“, deren Erscheinen wünschenswert ist. —] MEYER, ED., Die Entstehung des Judenthums. Eine historische Untersuchung. Halle a. S., Niemeyer, 1896. VIII u. 243 S. M. 6. — [Wie Wehhausens ״Geschichte Israels“ (i878) für die innere Geschichte der Juden, die eigentliche Religionsgeschichte, von Ezechiel bis Esra — von früheren Perioden abgesehen — grundlegend wurde, so dürfte die ״Entst. d. J.“ es für die äussere Geschichte von Jojachin bis Nehemia werden. Nachdem das Wachstum des Gesetzes begriffen war, wird endgiltig die Gewalt, nämlich die persische Regierungsgewalt, nachgewiesen, die die Umpflanzung desselben durch Esra auf den voraus bestimmten Boden ermöglichte (Kap. 1 u. 2), und dieser Boden, die Gemeinde in und um Jerusalem, wird zum ersten Mal seiner wirklichen Beschaffenheit nach ergründet (Kap. 3). Auch das Hauptproblem, weitgeschichtliche Grundlage, Charakter und Wirkung des neuen Gesetzes, es ist der Priestercodex, wird bedeutender erfasst (Kap. 4). Die Skizze, ein ״geschichtlicher Rückblick“, ist gleich angehängt, ebenso wird, ungleich Wellhausen, die Darstellung nicht lange fehlen. Um so eindringlicher möge man das mühsam gebrochene, grosse und kostbare Material bearbeiten, um es geläutert rechtzeitig in die Hand des Künstlers zurückzugeben. Aus den Vorarbeiten zur ״Geschichte des Altertums“ (III), einem Werke, für das ich mir keine Bezeichnung erlaube, ist die Studienreihe erwachsen. Denn ״die im Buche Esra c. 4— 7 enthaltenen persischen Urkunden, sind, wenn echt, von sehr grossem Wert für die Darstellung der inneren Verhältnisse des Perserreichs“. Nun bemängelte selbst B. Stade, ״der erste, der die nachexilische Zeit in wirklich historischem Sinne zu behandeln unternommen hat“ (1888), jene Urkunden, von denen beinahe alles abhängt und deren vollkommene Echtheit M. jetzt beweist. So wurden grade seitdem die Hauptdaten der Ueberlieferung in Frage gestellt (Kosters 93). M. führt ״im wesentlichen zu den alten Positionen“ zurück und macht sie durch den Nachweis ausreichender authentischer Quellen uneinnehmbar; dies das Neue und Ausserordentliche. Von jüngeren Vorarbeitern seien genannt: R. Smend (die Listen der Bücher Esra u. Nehem. 81) und B. Duhm (das Buch Jes. 92) ״der das Verständnis des Schlussteils des Jesaiabuchs von c. 56 an, des ״Tritojesaia“, erschlossen hat“ (M. S. 120).—l) Ein Mangel ist auffallend, der jedoch aus einem Vorzug entspringt. M., vom Geiste der ursprünglichen Quellen, die er aufdeckte, befangen, hat bisweilen Denkweise und Arbeitsmethode des Chronisten (Chr) allzuwenig erwogen. Langeweile hat Chr bei seiner Arbeit sicher nicht empfunden, bei Namen besonders von Priestern und Leviten erst gamicht. Die ganze Lücke hinter Esra 10 muss anders erklärt werden 1)Wir geben hier die sachlichen Ausführungen uns. Herrn Ref., ohne seinen Standpunkt zu teilen, und lassen die ausführliche Inhaltsangabe folgen. Die Red.