Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 183 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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188 welche für die Grammatik irgend eine, wenn auch noch so geringe Bedeutung haben״!! Ob der Ungeheuerlichkeit dieser Fiction stellt sich L. G. dicht daneben selbst an den Pranger. Er schreibt■ auf derselben Seite (S. 11): ״und nun hält er (Hoffmann) sich über Varianten auf, wie ורמינהי statt ורמינהו". Für L. G. hat also die Var. ורמינהי statt ״ ורמינהוnicht die geringste Bedeutung für die . Grammatik״. Hören wir nun, was S. D. Luzzatto in seiner chaldäischen Grammatik, [übers, von Krüger] S. 92 hierüber schreibt: ״Das Feminin (des Suff. 8. Plur.) müsste ינהי— lauten, wie beim Nomen, ist aber wenig im Gebrauch. Wahrscheinlich aus diesem weiblichen Suffix zusammengesetzt ist das sehr häufig vorkommende Wort ורמינהי, und bedeutet so viel als רמי אינהי•) d. h. ״setz׳ [eigentlich wirf, objiee] sie gegen einander, stelle einander gegenüber (Imperativ)1) die beiden Sätze [als loci obstantes].״ Luzzatto findet also in der Endung יניד eines von den wenigen Beispielen, wo das Objectsuff. 8. Fern. Plur. gebraucht wird, und L. G. bann sich darüber moquiren, dass ich mich über die Var. ורפינזד st. ורמינהו aufhalte!! - Nun hier ist es die crasse Ignoranz, die L. G.’s dreiste Fiction nicht entschuldigt, aber wenigstens erklärlich macht. Was soll man aber dazu sagen, wenn man auf Schritt und Tritt findet, dass L. G. viele der wichtigsten Warianten des Ood. M. unterschlagen und sich dennoch nicht entblödet, die oben angeführte Charlatanerie in die Welt hinauszuposaunen. Ich habe schon in meiner Rec. (oben S. 69) darauf aufmerksam gemacht, dass in den Var. zu S. 40 Z. 21 ff. unbegreiflicherweise gerade die beste LA. ignorirt wird, d. i. die Randleseart des Cod. M., die der des Alfasi ähnlich ist, wonach richtig ספרא דבי רב (als halachischer Midrasch) als -Beleg für מדרש angeführt ist. Ich habe deswegen die Erklärung des מדרש als ״agadische Schrifterklärung״ als ״schwerlich richtig״ bezeichnet (eine Bemerkung, die L. G. nicht verstand oder nicht verstehen wollte)* *) Lazarus Goldschmidt weiss auf meinen Einwand, dass er *) Die Erkl. als Imperativ ist m. E. nicht an allen Stellen zulässig; vielmehr ist es manchmal 3. Pers. Sing, (er warf sie), manchmal 3. Plur. (sie warfen sie); nur das Eine steht überall fes£, dass die Endung ינהי Objectsuff. 3. Fern. Plur. ist. H. *) Die Kopflosigkeit bei L. G. geht so weit, dass er sich selbst Lügen straft, denn weiter f. 14b hat er die entsprechende Eand-LA. des Cod. M. (S. 52 Note 16) verzeichnet, worin ausdrücklich steht, dass hier unter סדרש ספרא דכי רב, also ein halachischer Midrasch verstanden sei. Trotz alledem schreibt er (S. 14 der Br.), es sei ,.jedem, der nur etwas Verständniss von der jüd. Literatur hat, zur Genüge bekannt“, dass hier ״Midrasch*‘ eine agadische Schrifterklärung seil!