Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-11-01 · 6 (November-Dezember 1896) · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
6 (November-Dezember 1896)
Date
1896-11-01
Page
Seite 182 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2254995-7565884-7600069--0198-2255186
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

182 nämlich die Abbreviatur der Amoräer - Namen: י1ייא ,ויבא יאביי זוטיא ,עשי* יאשי יפםא, deren Aussprüche hier im Cod. M. ursprünglich m dieser Reihenfolge gestanden hatten. Nun folgt aber nach den n von G. gebrachten LAA. im Cod, M. eine ganz andere Reihe nämlich: זירא ,אבי- ירבא יפפא ,זוטרא יאשי ,רבינא. Die Abbreviatur in Note 18 ist also ganz unverständlich. Bei Rabbinowitz ist dieselbe recht verständlich, da R. dazu bemerkt, dass die letzteren Namen jetzt im Cod. M. auf einer Rasur stehen, und dass dort ursprünglich in der That die Reihenfolge der Namen der Abbreviatur des Zeichens: זרב טש אף entsprochen hat. Goldschmidt war also (um mich milde auszudrücken) so nachlässig, hat die Rasuren ignorirt und dennoch das hierdurch ganz unverständlich erscheinende Abbreviaturzeichen abgedruckt. Um diesen meinen nur allzu berechtigten Vorwurl zu ״wider-• legenw hat Lazarus Goldschmidt eine originelle Fälschung vorgenommen. Den Satz: ״Dadurch ist Note 18 ganz unverständlich“ stellt er so dar, als hätte ich die Note an und für sich für unverständlich erklärt, und meinen Vorwurf über die lgnorirung aller Rasuren theilt er so mit, als hätte ich behauptet, diese Stelle זרב טש אף סימן sei auf einer Rasur geschrieben. Bei solcher Fälschung vermochte L G. nicht nur mich ohne Mühe zu widerlegen, sondern noch dazu aufs hohe Ross sich zu schwingen und mir von oben herab eine Standrede zu halten, aus der man den Grad der Moralität des neuesten Talmud-Üebersetzers ermessen kann. Eine andere Methode, welche die G’sche ״Widerlegungskunst“ befolgt, ist die Methode der Fiction. Offenbar unwahre That- Sachen werden fingirt und vorgebracht, in der Hoffnung, mancher Leichtgläubige werde dies auf Treu und Glauben hinnehmen. Diese Methode wird in der Brochüre so häufig befolgt, dass man, um alle die Fictionen G’s darzulegen, auch eine ganze Brochüre schreiben müsste. Ich muss mich daher auf einige Beispiele beschränken. — Auf S. 11 erdreistet sich L. G. gegen meinen Vorwurf, er habe die Varianten des Cod. M. mit Nachlässigkeit wiedergegeben, die unqualificirbare Fiction auszusprechen: ״In Wirklichkeit habe ich alle diejenigen Varianten aufgenommen, welche für die Grammatik oder den Inhalt des Talmud irgend eine, wenn auch noch so geringe Bedeutung haben.“ Wie kann L. G., der keine blasse Ahnung von aramäischer, Grammatik hat, der נעייל von עלי ableitet, der ורמינהי in ורמינא איהי aufzulösen im Stande ist und keine Ahnung davon hat, dass ein Partie, mit Pers.-Pron. und Objectsuff, im Aram. nicht existirt, der ohne jedes Bedenken דלאחורי נשרא mit ״den man nach hinten wirft“, und נזיקין mit ״Entschädigungen“ übersetzen kann — wie konnte er nur bei solcher Unwissenheit die Stirne haben, zu ,behaupten: ,,Ich habe alle diejenigen Varianten aufgenommen,׳

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.