Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 5 (September-Oktober 1896)
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 155 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2254995-7565884-7600068--0170-2255159- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
’ ■ — 155 — mit ״den Bächen“ verglichen werden. — Der Herausgeber hat hier Nichts bemerkt, auch beim Texte fehlt jede kritische Note, dafür aber wird die nette deutsche Uebers. geboten: ״so befördern auch die Zelte den Menschen aus der Wagschale der Verschuldung in die Wagschale des Verdienstes“!! Ich bin jetzt mit meinen Randbemerkungen bis S. 56 gelangt. Sie können sich denken, dass auch auf den folgenden Seiten von mir viele Fehler angestrichen sind. Indessen ziehe ich es vor, hier abzubrechen, um Ihnen im Folgenden an einigen Beispielen zu zeigen, nach welchen Methoden G. das Wunder zu Stande gebracht hat, mich ״Punkt für Punkt״ ״ohne Mühe״ zu widerlegen. — Da möge zuvörderst die Methode der Fälschung und Wortverdrehung erwähnt werden. Es werden meine Worte bei der ״Widerlegung״ so dargestellt oder so verdreht* wie sie die Replication braucht, um sie ״widerlegen״ zu können. Ich sagte (oben S. 70 Z. 12): ״So z. B. Seite 18 Zeile 8: ״Kerum wie das Erhabene“, während nach dem Talmud hier ״Kerum“ Name eines Vogels sein soll.״ — Man sieht, ich war sehr vorsichtig. Ich habe nicht nur genau die Zeile (Z. 8) bezeichnet, sondern auch durch das Wörtchen ״hier״ deutlich erklärt, dass nur gegen diese Stelle mein Vorwurf gerichtet ist. Um zu zeigen, wie berechtigt dieser Vorwurf ist, sei hier G’s Uebers. (S. 18, Z. 5 9) im Zusammenhänge mitgetheilt: ״Sobald ein Mensch der Mitmenschen bedürftig ist, so wird sein Gesicht wie der Kerum verändert, wie es heisst: Kerum [wie das Erhabene] gilt den Menschenkindern die Geringschätzigkeit״. So weit G. — Durch die Uebers. ״wie das Erhabene״ ist hier der Blödsinn enthalten, dass das Gesicht des Bedürftigen ״wie das Erhabene״ verändert wird!! Dieser Einwand ist, wie man sieht, unwiderlegbar. Doch Lazarus Goldschmidt weiss sich zu helfen. Er bezieht meinen Ein wand auf das ״wie das Erhabene“ auf derselben Seite Zeile 1, und er kann mich nicht nur ״widerlegen“, sondern noch der Geschmacklosigkeit zeihen und entrüstet ausrufen (S. 18 der Brochüre): ״Und nun wünscht Herr H., dass deswegen der Vogel schon von vornherein in den Vers aufgenommen werden sollte.״ — Nein, das wünschte ich nicht, sondern Lazarus Gold- Schmidt wünschte, dass ich das gewünscht hätte. Ich habe vielmehr mit unzweideutigen Worten mich gegen einen solchen Wunsch verwahrt. Es erging mir aber wie dem Patriarchen Jakob, der trotz seines allzudeutlichen ברחל בתך הקטנה dennoch von Laban betrogen wurde, — (Sciüuss folgt). D. Hoffmann.