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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-09-01 · 5 (September-Oktober 1896) · p. Seite 150

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
5 (September-Oktober 1896)
Date
1896-09-01
Page
Seite 150 (sequence 22)
Language
German
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150 haben, weswegen sie sich auch erkühnen, für jeden Bogen, den sie drucken werden, 4 er. abzugeben, unterthänigst anzutragen. Um so weniger zweifle ich ... da mir die huldreichste Gnade bekannt ist, mit welcher Ew. Hf. jDl. diejenigen . . Schutzjuden anzusehen gnädigst geruhen, die sich aus der gewöhnlichen Sphäre heraus * und in eine ordnungsmässigere Verfassung setzen wollen . . . .“55) Macklot hatte kaum von diesem Vorgänge Wind bekommen, als er auch schon am 4. Juni ds. Js. eine kurze, schwülstige Ver- Währung einlegte. Es heisst darin: ״Dem Vernehmen nach wollen bei der L’schen Druckerei-Versteigerung da daselbst hebräische Schriften vorhanden sind, [die Juden] im Trüben fischen und sich dieser Schriften samt einerpressen teilhaft zu machen, um eigene Druckerey zu führen. Dieses ist gerade gegen Deutschlands Rechte. Nirgends haben die Juden eine eigne ihnen ganz überlassene Druckerey. — Gegen diesen zum Nachtheil Selbst Ew. Hf. Dl. und zum Nachtheil des Privilegii des Gymnasii illustrissimi gereichenden Umstand, welcher von weit aussehenden Folgen, von grosser Wichtigkeit ist, will also auf das feyerlichste protestiren und Ew. Hf. Dl. unterthänigst bitten denen Juden diese suchende Erlaubniss . . abzuschlagen.“56) Am 7. Juni giebt der Kirchenrath von diesem Proteste Macklots dem Hofrath Nachricht.67) Nunmehr erneute M. W. in einer Eingabe v. 13. Juni seine Bitte. Es heisst darin: ״Die äusserste Noth sowol als die gegründetste Furcht nebst. Fr au und Kindern noch in einem Alter von 67 Jahren darben zu müssen, treibet mich an . . . Zwar höre ich, dass sowol der Hofbuchhändler Macklott gegen diese mir zu ertheüende höchste Gnade Einwendungen zu machen gesucht habe, als dass man auch für das Hf. Gymnasio einige Nachtheile daraus befürchtet; allein zu geschweigen, dass der Hofbucbhändler M. kein ausschliessendes Privilegium hat und also wider eine blos von der Gnade Ew. Hf. Dl. abhängende S£che mit einigem Fug nicht protestiren mag, so wird ihme durch meine Söhne nicht der geringste Abbruch geschehen, ja dieselben werden vielleicht im Stande seyn ihm noch manches zuzuweisen. Das fürstliche Gymnasium aber hat nicht nur keine Nachtheile, keine Schäden, sondern vielmehro so wie das gantze Land nur Vortheile ... zu gewarten, da ich demselben nicht nur von jedem Bogen 4 er. abzugeben verspreche, sondern auch meine Söhne sich anheischig machen, keyn Buch, es seye was es für eines wolle, zu drucken, das nicht vorhero einem Hf. Gymnasio zur Einsicht vorgelegt worden wäre. Da ich mir die bestbegründete Hoffnung mache, dass meine Söhne manches schöne Stück Geldes in das Land hineinziehen werden, welches ohne dieselben vielleicht an andere Orte, wo hebräische Buchdrucker Pressen bey Juden sind, als z. B. Prag, Amsterdam, Sulzbach, Offenburg, Fürth, Metz u. s. w.. hinkommen würde, so ... .58) Dieses erneute Gesuch übersendet der Hofrath am 19. Juni an das OA. zum nochmaligen Bericht, 59), der bei ihm am 30. Juni eingeht. Macklot habe sich auf seine schriftliche Erklärung be- 58) ib. Stk. 15. - 56) ib, Stk. 20. — 67) ib. Stk. 19. - 58) ib. Stk. 16, ״) ib. Stk. 17.

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