Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 4 (Juli-August 1896)
- Page
- Seite 122 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Geschick entledigt; seine Uebersetzung ist in einem leichtverständliehen, Messenden Hebräisch geschrieben und in seinen Anmerkungen gibt er einen Nachweis der angeführten Bibel- und Talmudstellen. Seine Uebersetzung ist nicht so reich an Arabismen und deshalb für den des Arabischen Kundigen nicht so durchsichtig, wie dien jenigen der alten Uebersetzer, aber dies wird in den Kreisen, für welche seine Arbeit in erster Reihe bestimmt ist, der Uebersetzung als Vorzug angerechnet werden. Ueber die Treue derselben wird freilich nur dann ein Urtheil möglich sein, wenn auch das Original gedruckt vorlicgen wird. Aber schon jetzt gebührt Broyde der Dank derjenigen, die sich für die Geschichte des jüdischen religiösen Denkens interessiren, dass er ihnen diese Schrift, welche in vielen Beziehungen von Wichtigkeit ist, zugänglich gemacht hat. Broyde lässt seiner Uebersetzung eine französische und eine hebräische Einleitung desselben Inhaltes vorangehen. Manchen seiner Ausführungen wird man aber nicht beipflichten können. Ich will nur Einiges hervorheben. Broyde nimmt an, Bachja hätte die Absicht gehabt, mit seiner literarischen Thätigkeit diejenige Ibn Gabirols, die ihm zu ״frei44 schien, unschädlich zu machen. Diese Annahme unterstützt er damit, dass er die Schriften Bachja’s und Ibn Gabirols einander gegenüberstellt, die einander entsprechen sollen. Den Einfluss der Schriften Ibn Gabirols: ,סקור חיים ימבחר הפנינים,תקין מדות הנפש לס׳ הנפש sollten die Werke Bachja’s: חובות הלבבות, über die Ordnung der Welt, ein Gedicht über den 103. Psalm und das vorliegende Werk wettmachen. Hätte Bachja mit Bezug auf die Schriften I. G.’s keine polemischen Absichten gehabt, meint Broyde, so wäre es nicht zu erklären, dass Ibn Gabirol von ihm nie citirt wird. In Folge dieser Annahme bezieht er auch eine Stelle S. 3 der Ma‘än1 al-nafs auf I. G. Wir vermögen diese Beziehung zwischen den Schriften ßachja’s und 1. G’s. nicht zu erkennen. Die ethische Schrift 1. G.’s und die ״Herzenspflichten44 ßachja’s gehören augenscheinlich zwei verschiedenen Literaturgattungen an. Die erstere ist unter dem Einflüsse derjenigen Schriften entstanden, zu denen z. B. Ibn Maskuwejhi’s Tahdib al-achläk gehört, das Buch Bachja’s aber zeigt mit der muhammedanischen ascetischen Literatur eine gewisse Verwandtschaft. Das Gedicht ״über ״ברכי נפשי ist gewiss die bekannte Tochecha* 1), und die hat Nichts mit der ״Lebensquelle44 I. G.’s zu thun. Ueber die Beziehungen unserer Schrift zur Psychologie, welche ף Der Ausdruck עלי ברכי נפשי, aus welchem Broyde folgert, dass es sich um ein anderes Gedicht handelt, ist so zu verstehen, dass Bachja den 1. Vers des 103. Psalms, oder auch einzelne Gedanken desselben gleichsam als Motiv gebraucht hat. ה־