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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-05-01 · 3 (Mai-Juni 1896) · p. Seite 100

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
3 (Mai-Juni 1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 100 (sequence 28)
Language
German
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100 reiche Sprachwidrigkeiten, wie jeder Kenner des Hebräischen leicht finden'wird. Die meisten Juden in Deutschland schrieben aber in jener Zeit kein besseres Hebräisch. Meine Ansicht, dass jenes holperige Hebräisch nicht von Reuchlin selbst stammt, stützt sich aut folgendes Criterium. In der neuen hebr. Litteratur1) ist es üblich, Wenn über Verrath in unserer eignen Mitte geklagt wird, die Worte Jesaia’s ^49,17) zu gebrauchen: מהרסיך ומחריביך סמך יצאו, in dein Sinne: ״Deine Zerstörer und deine Verwüster gehen aus dir [selbst] hervor.“ Ich war überrascht, diese witzärtige Anwendung des Bibelverses in der Reuchlin’schen Epistel zti finden. Es heisst dort: וכל זה עשה וסיבב אחד מבני עמכם שחזר לדתיכם (soll wohl heissen: לדתינו) worauf weiter mit Bezug auf den jüdischen Renegaten Pfefferkorn gesagt wird: כמו שנאמר מהרסיך [ומחריביך] ממך יצאו. Einem christlichen Gelehrten, der die Bibel mit der griechischen oder lateinischen Uebersetzung in der Hand liest, kann nach meiner Ansicht eine derartige witzreiche Anwendung eines Bibelverses nicht einfallen. Nebenbei bemerkt, ist die zweite, kürzere Version in stilistischer Beziehung bei weitem besser und lässt es sich wohl annehmen, dass Reuchlin seinen Brief von zwei verschiedenen jüdischen Freunden übersetzen Hess: Die Phrase in jenem Brief: המשתחוה אפים ארצה ני אין ממנה למטה, ist einem Gedichte Abraham Ibn Esra’s entnommen: אשתחוה אפים ארצה כי אק למטה ממנה. Ich ftaube nicht, dass Reuchlin sie gekannt, wohl aber ein jüdischer reund desselben, da sie in einem liturgischen Stück vorkommt2). Recensionen. ^;rv׳ Lazarus Goldschmidts Talmud-Uebersetzuhg noch einmal! Sehr geehrter Herr ‘Redakteur! - -׳ Sie haben dadurch, dass sie mir zur Recension von Gold- Schmidts Talmud-Ausgabe nur 4—5 Seiten zur Verfügung gestellt haben, mich genöthigt, einerseits nur einen Theil meiner Randbemerkungen zu jenem Hefte, und andererseits auch diesen nur in solcher Kürze zu veröffentlichen, dass ich auf manche Fehler blos hinweisen konnte. Ist auch in letzterer Hinsicht für den Sachverständigen ein Nachtrag, unnöthig, da dieser die angedeuteten Stellen in G.’s Uebersetzung sofort als falsch resp. unsinnig erkennen wird, so muss ich dennoeh wegen des ersteren •1) Schon bei Jedaja ha-Penini, Bechinoth Olam Kap. 37. ל— Red. 2) Vergl. Egers, L>iwan p. 176 Xnm. zu Nr. 261. — Red.

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