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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-05-01 · 3 (Mai-Juni 1896) · p. Seite 93

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
3 (Mai-Juni 1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
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(®,äse. 274 vgl. Anm. 15) so ausgiebigen Bericht und der Verlauf ist in vieler Hinsicht so beachtenswerth, dass eine ausführliche Schilderung desselben an der Hand der Akten wohl angebracht erscheint.19) Schon i. J. 176420) hatte Moses Wormser in einer ״unterthänigen Bitte“ v. 22. Februar21) an den Fürstlichen Hofrath22) um ein ״Privileg für seinen Sohn Löw23) zur Anlage einer hebräischen Buchdruckerey“ nachgesucht, welche Bitte zum Bericht an das Oberamt unter vorheriger Vernehmung der Buchdrucker Lotter und Macklot abgegeben wurde. Macklot scheint keine Einwendungen gemacht zu haben; dagegen reicht Lotter am 22. März 1764 das folgende ״unterthänigste Promemoria“ ein, um seine Bitte um Ablehnung des Gesuches zu begründen:24) ״Dem äusserlichen .Vernehmen nach ist der allhiesige Schutzjud "Wormser vor seinem Sohn um das Privilegium . . . eingekommen und hat sich dissfalis auf eine angebogene Handschrift von mir, vermöge deren ich nichts dagegen habe und ihm meine hebräischen Schriften käuflich überlassen wollte, berufen. Ich kann zwar keineswegs in Abrede stellen, dass ich dazumal ihm solche Zusagung gethan, und hierzu daduveh veranlasset worden bin, weilen ich bey dem Anfang der übernommenen Buchdruckerey zu Fortsetzung der angefangenen teutschen Werke in Ermangelung anderer Hülfe dazumalen dieses Kaufschillings . . . benöthiget wäre. Da ich aber von meinem bisherigen Fleiss und Arbeit einen solchen Segen verspühre, dass ich dieses äussersten Mittels nicht mehr benöthiget bin und 2) verschiedene hebräische Werke inzwischen dargestalten mit ausländischen Juden veraccordiret, dass des Wormsers Sohn mir solche setzet und ich dieselbe abdrucke, auch 3) einer Verbesserung meiner Umstände von Zeit zu Zeit entgegensehe, dazumalen, 4) die gefährliche Folgen, welche bey einer priyilegirten Juden-Buchdruckerey in Ansehung der Papier-Theuerung und‘anderer Umstände entspringen dörften, nicht so genau in Erwägung gezogen, und 5) der junge Wormser als mein hebräischer Setzer genugsam Verdienst hat; Als sehe ich mich sowohl um meines Privatals des allgemeinen Interesses willen verbunden, solches submissest anzuzeigen und durch gegenwärtiges meine gethane promessen zu widerrufen, nebst dem aber eine Hochfürstliche Kirchenraths-Versammlung unterthänigst zu bitten, die gnädigste Verfügungen auf de* Wormsers unterthänigste Bittschriften dahin,zu ertheilen, dass des Wormsers Sohn mit demjenigen Verdienst, den er als Setzer acquirire sich begnügen lassen könne, ich aber beharre in tiefstem Respect. Durch Hofraths-Verfügung v. 24. März 1764 wird denn Stelle verstattet, dem Herrn General-Director des Grossh. General-Landes- Archivs zu Karlsruhe, Freiherrn v W e e c h für die Liebenswürdigkeit, mit der er mir die bezüglichen Archivalien zur Verfügung stellte, sowie mit Rath mich unterstützte, tiefgefühlten Dank auszusprechen. Ebenso fand ich bei allen Archivbeamten die freundlichste, dankenswerthe Unterstützung. — *>) Nicht erst 1766, wie Fecht S. 316 angiebt. — 21) GLA. Fase. 274. Hk. 1. — 22j Ueber die Behörden: Geheimrath, Hofrath, Oberamt u. s. w. ygl. Fecht 403 ff. — 23) Derselbe figurirt schon auf den ersten aus der Lotter’schen Officin hervorgegangenen Drucken als Setzer. — 24j ib. Stk. 2..

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