Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-05-01 · 3 (Mai-Juni 1896) · p. Seite 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
3 (Mai-Juni 1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2254995-7565884-7600066--0104-2255095
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

91 siedelten sich alsbald Juden daselbst an. So ■Werden schön 1717 einige jüdische Einwohner genannt1 * *); 1718 richtet bereits der fiatn der Stadt eine Eingabe an den Markgrafen, deren letzter;Punkt den ״■Beizug der Juden zu den Stadtkosten“ betrifft*); '1719 äccordirt der ״Baujud Joseph“ mit-dem Zimmermann Götz wögen, des Baues des Marstalls*) und 1726 werden bei einer Ab- Stimmung schon 24 Sehutzjuden mit Namen angeführt4). Um 1750, also ungefähr zu der Zeit, da die ersten datierbaren hebräischen!)rucke dort die Presse verliessen, wurden in Karlsruhe 75 jüdische Familien gezählt5 *). Es darf als ein ehrenvolles Zeugniss für die stark entwickelte, geistige Regsamkeit und den frommen Sinn dieser Einwanderer bezeichnet werden, dass schon in dieser immerhin kleinen Zahl von Familien das Bestreben, der ״heiligen Arbeit“ in ihrer Mitte einen Boden zu bereiten, lebenskräftig erwachte und sich betbätigte. Das erste hebräische Druckwerk, welches in Karlsruhe hergestellt wurde, ist der קרבן נתנאל. das Hauptwerk des derinaligen Karlsruher Rabbiners, R. Nath. Weil!8), welches in der Heldsehen Offiein i. J. 1755 gedruckt wurde7). Johann Ludwig -Jakob Held war der Schwiegersohn Johann Andreas Erdmann Maschenbauer’s, eines Abkömmlings der bekannten Augsburger 'Druckerfamilie, der i. J. 1719 seine bis dahin in Durlach be- ־triebene Druckerei nach Karlsruhe verlegt hatte und mit einem umfassenden Druckerprivilegium ausgestattet worden war.8) Nach seinem Tode ging dieses Privilegium auf Held über, der zu den bisher hauptsächlich gedruckten und verlegten Kalendern den Druck hebräischer Werke hinzunahm. Aber der קרבן נתנאל erhielt nur noch einen würdigen Nachfolger in dem 1757 gedruckten 9פרי חדש על א״ח) des R. Chiskiah da Silva, da Held nöeh in demselben Jahre starb10). Das Privilegium ging nun auf die minderjährigen Kinder Held’s über11), in deren l) F e c h t, Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe (Karlsruhe 1887). S. 84. — 2) a. a. 0. S. 64. — 3) a. a. 0. S. 47. — <) a. a. 0, S. 60 u. S. 85. — ä) a. a. 0. S. 238 ff. — *׳) In den neueren Talmud- , Ausgaben, sind diese Anmerkungen des scharfsinnigen Karlsruher Rabbiners zu dem Commentar des R. Ascher b. Jechiel als Fussnoten, aber in stark verkürzter Form beigedruckt. — י) Steinschneider, bei Ersch und Gruber II. 28 (Jüd. Typographie) eicht S. 93 nur das Druckjahr, aber .nicht den Titel des ersten Druckes an! Näheres in dem Verzeichniss der Drucke Anl. I. — 8) Grossh. Landesarchiv zu Karlsruhe (Akten betr. privilegirte 'Druckereien Fase. 15 Stück 1 (nicht nummerirt). Danach recht, S. 133. — 3) Steinschneider, a. a. 0. S. 81, Anm. 1. — Siehe w. u. Anl, I." s. t, — 0ג) Grossh. LAch. (Akten Stadt-Amt Karlsruhe Bücher,, die vorerst' Heldische nachher Lotterische Buchdruckerei betr. Fase. 273). Eingäbe der Waisenpfleger vom 20. Juli 1762. Danach ist F e e h t S. 315, der 1756 als Todesjahr angiebt, za berichtigen. — ״) Fase. 15 unter 24. April a*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.